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Scheitern nicht ausgeschlossen : Dunkle Wolken über Europas größtem Rüstungsprojekt

Auf der Messe in Le Bourget wurden 2019: „Luftkampfsystem der Zukunft“ vorgeführt. Bild: AFP

Während sich die Politik schon lange einig ist, bleiben die beteiligten Konzerne Airbus und Dassault zerstritten. Soll das Projekt wirklich umgesetzt werden, müssen Deutschland und Frankreich wohl Druck machen.

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          Die Verhandlungen über das Future Combat Air System (FCAS), ein Projekt, das Kampfjet, Drohnenschwärme und Combat Cloud vereinen soll, treten weiter auf der Stelle. Während die politische Einigung zwischen Deutschland, Frankreich und Spanien nunmehr seit mehr als einem Jahr steht, bleiben die beteiligten Industrieunternehmen Airbus (dessen Rüstungssparte in Deutschland sitzt) und Dassault Aviation (das in Saint-Cloud bei Paris sitzt) zerstritten. Nach wie vor können sie sich nicht auf eine Arbeitsteilung bei der Entwicklung des Herzstücks des Projekts einigen, eines Kampfjets der sogenannten sechsten Generation. Mit Gesamtkosten von geschätzt 100 Milliarden Euro gilt FCAS als teuerstes europäisches Rüstungsprojekt aller Zeiten.

          Niklas Záboji
          Wirtschaftskorrespondent in Paris

          Éric Trappier, Vorstands- und Verwaltungsratsvorsitzender von Dassault, das aktuell den Kampfjet Rafale baut, machte auf der Halbjahreskonferenz seines Unternehmens am Mittwochabend deutlich, dass der Knoten in den kommenden Monaten durchschlagen werden müsse – oder FCAS gescheitert sei. „Bis Ende des Jahres“ gebe er den Verhandlungen noch Zeit, sagte Trappier. Das sollte nicht als Ultimatum verstanden werden. Aber man habe gegenüber dem ursprünglichen Zeitplan schon drei Jahre verloren und könne nicht ewig so weitermachen. „Unser Plan A ist FCAS“, sagte der Dassault-Chef. Wie bei allen Industrieprojekten arbeite man aber natürlich an einem „Plan B“. Ins Detail wollte Trappier diesbezüglich nicht gehen.

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