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Ölkonzern in Saudi-Arabien : Riad will Aramcos Börsengang erzwingen

Wiederaufbau der zerstörten Anlage in Khurais: Aramco will möglichst schnell fit für den Börsengang werden. Bild: Bloomberg

Der Raketenangriff hat den größten Ölförderer der Welt schwer getroffen. Mit dem Börsengang soll der staatliche Ölkonzern zum teuersten Unternehmen der Welt werden. Doch unter Experten gibt es Zweifel.

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          Prinz Abdulaziz bin Salman war erst wenige Tage saudischer Energieminister, da hatte er schon eine schwere Krise zu bewältigen. Während Bilder brennender Ölanlagen um die Welt gingen und die Verwundbarkeit der Ölindustrie des Königreiches offenbarten, versuchte die Führung in Riad, die Öffentlichkeit von deren Widerstandskraft zu überzeugen. „Wie Phönix aus der Asche“ sei der staatliche Ölkonzern Aramco nach dem verheerenden Sabotageangriff auferstanden, sagte der Energieminister Mitte der Woche. Doch Beobachter in Riad sehen hinter der selbstsicheren Fassade Nervosität. Und das ist kaum verwunderlich angesichts der enormen Bedeutung, die Aramco für die Überlebensfähigkeit Saudi-Arabiens hat.

          Christoph Ehrhardt

          Korrespondent für die arabischen Länder mit Sitz in Beirut.

          Markus Frühauf

          Redakteur in der Wirtschaft.

          Der Konzern fördert elf Millionen Barrel Öl am Tag und ist damit der mit Abstand größte Ölproduzent und das wohl profitabelste Unternehmen der Welt. Im ersten Halbjahr 2019 flossen 46,4 Milliarden Dollar aus dem Konzern in den saudischen Staatshaushalt, für 2018 hat er einen Reingewinn von 111 Milliarden Dollar mitgeteilt; es war das erste Mal, dass Aramco, das als gut geführtes Unternehmen gilt, öffentlich Zahlen präsentiert hat. Der Konzern ist eine tragende Säule der Modernisierungskampagne, die der mächtige Kronprinz Muhammad bin Salman vorantreibt, um die Abhängigkeit seines Reiches von den Öleinnahmen zu verringern. Er stärkt die Rechte der Frauen, die er für den Arbeitsmarkt braucht, schafft eine Unterhaltungsindustrie, will das Land attraktiver für Touristen machen – und für Investoren. Aramco-Programme fördern Frauen im Unternehmen oder die Ausbildung junger Saudis.

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