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Hype um Modemarken : Wie wird man cool?

Eine Tasche des Labels Supreme im charakteristischen Rot auf einer Modenschau von Louis Vuitton in Paris im Januar 2017 Bild: dpa

Supreme hat, was H&M gerne hätte – fanatische Fans als Kunden. Reicht es heute schon, wenn ein paar durchschnittlich schöne Menschen auf ihren Social-Media-Kanälen für eine Marke werben?

          5 Min.

          Die Fleecejacke leuchtet knallig lila, aber das ist eigentlich egal. Wenn die Skatermarke Supreme ihre "Drops" veranstaltet, wie jetzt gerade wieder am Donnerstag, ist jedes Kleidungsstück in Minuten ausverkauft. Im Internet erzielt die Marke abartig hohe Wiederverkaufspreise. Das liegt nicht daran, dass die Kleidungsstücke besonders aussehen, sondern dass sie besonders vermarktet werden: Es gibt sie nur für kurze Zeit, im Internet und in einigen ausgewählten Läden. "Es ist zwölf Uhr, ich kauf mir Supreme", singt der Rapper Rin in einem seiner Songs. Denn mittags geht das Rennen um das, was Tausende junge Menschen haben wollen, für gewöhnlich los.

          Maja Brankovic
          Redakteurin in der Wirtschaft der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung, zuständig für „Der Volkswirt“.
          Jonas Jansen
          Wirtschaftskorrespondent in Düsseldorf.

          Wie viele seiner Popkultur-Kollegen erwähnt Rin, der gerade im Deutschrap eine ähnliche Erfolgswelle reitet wie Supreme in der Modebranche, immer wieder die Marke, deren Popularität kaum steigerbar zu sein scheint, doch nach wie vor weiter steigt. Als die New Yorker Bekleidungsmarke neulich in einer Werbeaktion die Zeitung "New York Post" mit einer Anzeige umwickelte, waren die Exemplare so schnell ausverkauft wie noch nie. Das wissen auch andere Marken: Rimowa etwa verschickte seine Koffer mit einem Supreme-Logo einfach an ein paar Influencer, also Bekanntheiten in den Sozialen Medien. Danach schauten sie entspannt dabei zu, wie auf Instagram plötzlich nur noch mit diesen Koffern gereist wurde. Die Koffermarke, die zum französischen Luxuskonzern LVMH gehört, ist generell nicht günstig, der Trolley in Handgepäck-Größe kostet je nach Ausführung zwischen 380 und 880 Euro. Doch das Supreme-Logo katapultierte den Verkaufspreis für die kleine Variante mal eben auf 1600 Dollar. Wer jetzt noch ein Exemplar in Rot haben will, muss das Dreifache bezahlen.

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