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Qatar Airways : Wie ein früherer Lufthansa-Manager in Doha durchstarten will

Mit Qatar-Airways greift Thierry Antinori nach den Marktanteilen, die die Konkurrenz in der Corona-Krise verloren hat. Bild: Imago

Groß am Golf – das gilt bislang für Emirates. Nun greift der frühere Lufthansa-Manager mit Qatar Airways nach Marktanteilen – und umgarnt die deutsche Fußball-Elf.

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          Aus dem Schatten anderer zu treten – das ist dem Luftfahrtmanager Thierry Antinori ausgerechnet in der Corona-Pandemie wieder geglückt. „Wir haben nie aufgehört zu fliegen. Es gab im Frühjahr überall auf der Welt Menschen, die nach Hause gebracht werden wollten, weil andere Verbindungen ganz weggefallen waren“, sagt Antinori, im Vorstand von Qatar Airways für Strategie und Transformation verantwortlich. „Wir haben unseren Flugplan nur um 60 Prozent – weniger als andere – gekürzt. Dadurch waren wir im vergangenen Frühjahr im internationalen Verkehr gemessen an den Passagierkilometern die Nummer eins in der Welt.“

          Timo Kotowski

          Redakteur in der Wirtschaft.

          Das Springen in Lücken, die andere ließen, war seine Strategie des Jahres 2020. Und die führte irgendwie an die Spitze – vor seine früheren Arbeitgeber Air France, Deutsche Lufthansa und Emirates. Die Corona-Pandemie wirbelt die Flugbranche durch. Und Antinori, gebürtiger Franzose mit Vorfahren aus Italien, der nach vielen Jahren als Vertriebsverantwortlicher im Passagiergeschäft der Deutschen Lufthansa fließend Deutsch spricht und mit einer Äthiopierin verheiratet ist, hat nun am Persischen Golf seine Spitzenposition erreicht – gemessen an Verkehrszahlen. Sein Aufstieg bei Lufthansa hatte hingegen vor knapp einem Jahrzehnt streitig geendet. Aber das Springen zwischen Nationen – und deren Fluggesellschaften – scheint seine persönliche Lebensstrategie zu sein.

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