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Künftiger TUI-Chef : Der heimattreue Weltreisende

Sebastian Ebel wird im Herbst der neue TUI-Chef. Bild: imago images/Susanne Hübner

Sebastian Ebel wird neuer TUI-Chef. Er mag Braunschweig und Fehmarn. Nun muss er das Geschäft mit Reisen um die ganze Welt fit für die Nach-Corona-Zeit machen. Seine lange Geschichte im und mit dem Konzern dürfte ihm dabei helfen.

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          Kürzlich war Sebastian Ebel wieder auf Fehmarn, ein im Netz gepostetes Foto vom 1904 erbauten Leuchtturm Staber­huk deutet daraufhin. Dazu gab es ein paar nachdenkliche Zeilen, wie der Bau des Fehmarnbelttunnels nach Dänemark den Tourismus auf der Ostseeinsel verändern werde. Veränderungen im Tourismus werden Ebel künftig auch anderswo sehr beschäftigen. Zum Oktober wechselt er im größten Reisekonzern TUI vom Finanzressort auf den Vorstandsvorsitz. Freie Tage verbringt er, so ist zu hören, indes gern auf Fehmarn, auch wenn TUI viel mehr Urlauber auf griechische Inseln und erst recht nach Mallorca bringt.

          Timo Kotowski
          Redakteur in der Wirtschaft.

          Eine Heimatverbundenheit gehört zu dem Manager aus Braunschweig. Dort wurde er geboren, dort wuchs er auf, er studierte dort, und der Sportklub Eintracht Braunschweig ist für ihn eine Herzensangelegenheit. Zwölf Jahre bis 2020 war er dessen Präsident, in dieser Zeit gelang sogar die Rückkehr in die Erst Fußball-Bundesliga – wenn auch nur für eine Saison. Beruflich hat er fast die gesamte Welt im Blick, TUI lässt am Mittelmeer, in der Karibik, in Thailand und demnächst auch im Senegal urlauben. Und es sind keine Zweifel zu hören, dass es ein langgehegter Wunsch Ebels war, im Konzern sehr hoch aufzusteigen. Vorstandschef Fritz Joussen nutzt eine Ausstiegsklausel in seinem Vertrag zum vorzeitigen Rückzug, das macht den Weg nun für Ebel frei. Der Aufsichtsratsvorsitzende Dieter Zetsche bescheinigt, Ebel habe „strategisch wie operativ einen klaren Anspruch an die Entwicklung der TUI“.

          Die Buchungszahlen sind aktuell gut, trotz Inflation lassen sich Kunden nach zwei Corona-Jahren nicht vom Reisen abhalten. TUI rechnet damit, an Werte vor der Pandemie anknüpfen zu können. Die Finanzlage ist verbesserungsbedürftig, obwohl TUI am Freitag die Rückzahlung einer stillen Einlage des Bundes über 671 Millionen Euro meldete. Von der Krise sind TUI vor allem Schulden geblieben. Die Nettofinanzschulden von zuletzt 3,9 Milliarden Euro lassen sich aber aus laufenden Einnahmen nicht zügig tilgen.

          Der Mann fürs Lösen von Problemen

          Den Konzern und dessen Geschichte dürfte Ebel besser kennen als alle anderen auf der Führungsetage. Die meiste Zeit seiner Laufbahn war er bei TUI. Er fing 1991 im Controlling an, der Konzern hieß damals noch Preussag und war nicht nur auf Reisen fokussiert. 1997 wechselte er kurz zum damaligen VIAG-Konzern, kehrte 1998 ins Urlaubsgeschäft zurück. Nach der Umbenennung in TUI rückte Ebel in den Vorstand. Von 2008 bis 2013 folgten Abstecher zur Autowerkstattkette ATU und zu Vodafone Deutschland, wo er mit Joussen zusammenarbeitete. Der holte ihn nach seinem Wechsel zu TUI wieder dorthin.

          Die meiste Zeit galten die beiden als enges Gespann. Für Problemfälle im TUI-Reich war Ebel der Mann, der sie in den Griff bekommen sollte. Das galt für die Luxusseereisen von Hapag-Lloyd-Kreuzfahrten. Es galt für das in ein Feriendorf zu verwandelnde Toskana-Örtchen Castelfalfi. Das Projekt war eine teure Altlast, die der frühere Vorstandschef Michael Frenzel hinterlassen hatte. Ebel gelang es, Castelfalfi in abgespeckter Form fertigzubauen und in der Pandemie weiterzuverkaufen.

          Besonders wichtig war die Rolle des Problembekämpfers für das Zusammenführen der beiden börsennotierten Konzernteile, der Holding TUI AG in Hannover und TUI Travel in Großbritannien – eine Erbschaft aus der Vor-Joussen-Ära, die durch eine unvollendete Übernahme entstanden war. Ohne diesen Schritt hätte auch Joussens Sanierungsgeschichte bei TUI vorzeitig enden können, doch der Zusammenschluss glückte.

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