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Gewerkschaft bei VW : IG Metall kämpft um Vorherrschaft in Wolfsburg

Streaming aus dem Hallenbad: Auftakt des IG-Metall-Betriebsratswahlkampfs mit VW-Betriebsratschefin Daniela Cavallo Bild: Helge Landmann/regios24

An wenigen anderen Orten hat die Gewerkschaft eine so starke Machtbasis wie im Stammwerk von VW. In der Wahl zum Betriebsrat muss die IG Metall gegen neue Konkurrenz antrete. Hauptsächlich geht es aber um die Bestätigung des Rückhalts.

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          Daniela Cavallo lässt keinen Zweifel daran, dass die bevorstehende Betriebsratswahl im Wolfsburger Stammwerk von Volkswagen für die IG Metall eine echte Herausforderung wird. Keinesfalls dürfe sich die Gewerkschaft auf den Erfolgen ihrer Vergangenheit ausruhen, sagt die 46 Jahre alte Betriebsratschefin, als sie am Donnerstagabend zusammen mit anderen Arbeitnehmervertretern in einem zum Kulturzentrum umgebauten früheren Hallenbad nahe der Innenstadt die heiße Phase des Wahlkampfes einläutet. „Wir stehen im Wettbewerb“, ruft sie den online zugeschalteten Mitgliedern zu. Jeder einzelne müsse in den Büros, am Band und in den Lagern um Stimmen werben, um die Position der IG Metall zu verteidigen.

          Christian Müßgens
          Wirtschaftskorrespondent in Hamburg.

          Der Appell kommt nicht von ungefähr. Von Anfang März bis Ende Mai werden in ganz Deutschland in zehntausenden Unternehmen turnusgemäß die Betriebsräte neu gewählt. Das Stammwerk von VW mit seinen 60.000 Beschäftigten bekommt dabei besonders viel Aufmerksamkeit, denn an wenigen anderen Orten ist die Machtbasis der IG Metall so ausgeprägt wie hier. Die Mitbestimmung im Konzern ist sogar durch ein eigenes VW-Gesetz geregelt, das den Arbeitnehmervertretern bestimmte Sonderrechte zuspricht. Bislang regiert die wichtigste deutsche Industriegewerkschaft in den weitverzweigten und mitunter verschachtelten Betriebsratsgremien mit großen Mehrheiten. Doch in diesem Jahr gibt es ungewöhnlich viel Konkurrenz durch rivalisierende Listen. So ein Wettbewerb gehöre zur demokratischen Kultur dazu, sagt Cavallo, die seit vielen Jahren Mitglied der IG Metall ist. Gleichzeitig macht sie deutlich, dass sie eine Erosion der Machtbasis nicht hinnehmen will.

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