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Probleme auf der Schiene : Wie die Bahn pünktlicher werden könnte

Mit zusätzlichen Versicherungen könnten sich Fahrgäste künftig besser gegen Ausfälle und Verspätungen absichern. Bild: dpa

Mit engerer Taktung und mehr Investitionen soll die Bahn pünktlicher werden, fordern die einen. Doch nach Ansicht der Monopolkommission reicht das nicht aus. Sie stellt noch eine weitreichendere Forderung.

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          Die Qualitätsprobleme der Deutschen Bahn lassen das politische Ziel, mehr Verkehr auf die Schiene zu bringen, nach Überzeugung der Monopolkommission in weite Ferne rücken. Der schlechte Zustand der Infrastruktur und die steigende Zahl von Baustellen verschärften die Schwierigkeiten, die sich in der schlechten Pünktlichkeit der Fernzüge widerspiegelten, künftig noch, warnt die Kommission in ihrem neuen Sondergutachten. Die Berater der Bundesregierung in Wettbewerbsfragen fordern nicht nur mehr Geld für die Schiene, sondern grundsätzliche Änderungen im System: „Um den Schienenverkehr zu stärken, sind nicht nur Investitionen in die Infrastruktur notwendig, sondern auch Änderungen am institutionellen Rahmen“, sagte der Vorsitzende der Monopolkommission, der Ökonom Achim Wambach, der F.A.Z. in Berlin. „Verursachergerechte Haftung, Qualitätsanreize in der Regulierung und mehr Wettbewerb würden zu einer wesentlichen Verbesserung der Infrastrukturqualität und der Pünktlichkeit der Züge führen.“

          Kerstin Schwenn

          Wirtschaftskorrespondentin in Berlin.

          In dem neuen Sondergutachten, das an diesem Donnerstag veröffentlicht wird, macht die Monopolkommission Vorschläge zur Verbesserung der Qualität des Bahnverkehrs. Neue Regeln könnten nach ihrer Ansicht Fehlanreize für DB Netz, den Infrastrukturbetreiber der Bahn, abstellen und Verspätungen vermindern. Zuerst empfiehlt die Kommission, eine verursachergerechte Haftung für Verspätungen einzuführen. Die DB Netz sei für etwa ein Drittel davon verantwortlich. „Verantwortliche sollten für die von ihnen verursachten Verspätungen selbst aufkommen“, heißt es. Derzeit müsse der Infrastrukturbetreiber nicht für von ihm hervorgerufene Schäden haften. „Mit Ausgleichszahlungen zwischen DB Netz und den Eisenbahnverkehrsunternehmen können alle Marktakteure dazu bewogen werden, zu mehr Pünktlichkeit beizutragen“, schreiben die Regierungsberater. Details solle die Bundesnetzagentur vorgeben.

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