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Hürden für Hilfsbereitschaft : Wie deutsche Unternehmen den Flüchtlingen helfen

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Flüchtlinge erlernen in einer Ausbildungswerkstatt die Grundfertigkeiten der Metall- und Elektrotechnik. Bild: dpa

Viele Betriebe unterstützen Flüchtlinge mit Sachspenden. Auch Stellen werden angeboten. Doch die Hürden sind hoch.

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          Die Wohnungsbaugesellschaft LEG will schnell und unbürokratisch Wohnraum für Flüchtlinge anbieten. Das Angebot nehmen Städte und Kommunen gerne an. Schon 80 Wohnungen wurden im Raum Dortmund, jeweils 70 Unterkünfte in Hamm und Düsseldorf sowie 50 Wohnungen in Iserlohn an Familien vermietet, die ihre Heimat verlassen mussten.

          Allianz Deutschland hat im Intranet eine Sonderseite eingerichtet, auf der die 30 000 Mitarbeiter Informationen einholen können, wie sie mit Sach- oder Geldspenden und auch persönlichem Engagement helfen können. Der Versicherer stellt am Hauptsitz in Unterföhring bei München Lagerraum für Hilfsorganisationen zur Verfügung und baut demnächst eine Traglufthalle auf einer benachbarten freien Fläche auf, in der 300 Flüchtlinge untergebracht werden sollen. Arzneimittelhersteller Stada liefert Medikamente an Hilfsorganisationen. Die zum Fresenius-Konzern gehörende Klinikkette Helios ist nach eigenen Angaben in die medizinische Versorgung von Flüchtlingen eingebunden und bietet Räumlichkeiten für deren Unterbringung an. Der Düngemittelkonzern K + S unterstützt örtliche Initiativen etwa mit Kinderwagen-Spenden und Sammelaktion für sonstige Sachgaben. Der Chemiekonzern Evonik hat angekündigt, eine Soforthilfe in Höhe von 1 Million Euro bereitzustellen für Hilfsprojekte an Unternehmensstandorten. Sportartikelhersteller Adidas, der 2014 immerhin eine halbe Million Produkte an Menschen in Not gespendet hat sowie mit der Flüchtlings- und Nichtregierungsorganisation „Luftfahrt ohne Grenzen“ zusammenarbeitet, arbeitet aktuell mit Gemeinden zusammen, um Flüchtlinge mit Produktspenden - also Kleidung - auszustatten. Mitarbeiter bieten Flüchtlingen in Herzogenaurach, Erlangen und Nürnberg an, gemeinsam Fußball zu spielen oder anderen Sport zu treiben, um ihnen das Einleben zu erleichtern. Siemens bietet in Erlangen zehn Praktikumsplätze an. Dieses Programm soll auf neun weitere Standorte ausgeweitet werden.

          Es sind solche zahlreichen Hilfen, mit denen Unternehmen in Deutschland versuchen, spontan und kurzfristig das Leid der Flüchtlinge zu lindern. Noch wichtiger aber wird deren Bereitschaft sein, Flüchtlinge auch in das Arbeitsleben aufzunehmen und zu integrieren. Eine Umfrage der F.A.Z. hat gezeigt, dass diese sehr groß zu sein scheint. Viele würden eher heute als morgen handeln. Doch die Hürden sind hoch. Da geht es nicht nur um das Erlernen der Sprache. Wichtig sei die Klärung des rechtlichen Status eines Flüchtlings, bevor gehandelt werden könne. Erst dann herrsche Klarheit, ob man einen Flüchtling als Auszubildenden oder als ausgebildeten Mitarbeiter einstellen kann, heißt es bei Siemens. Ähnliches ist von Adidas zu vernehmen: Sei rechtlich alles geklärt, könne man sich vorstellen, Flüchtlinge einzustellen. Hoffnung macht sich allenthalben breit, dass eine solche rechtliche Gewissheit schnell kommt und Bürokratie hintansteht. Es geht auch um die Klärung vergleichsweise banaler Fragen. Werden Schul-, Studien- oder Berufsabschlüsse anerkannt? Liegen überhaupt Zeugnisse vor, oder sind diese auf der Flucht verlorengegangen? Wie ist die Qualifikation nachzuweisen?

          Zustrom: Unternehmen würden gerne Flüchtlinge einstellen; wenn es Sicherheit gibt, dass sie bleiben können.

          Es scheint, als stünden viele in den Startblöcken. „Wir als Unternehmen werden unseren Beitrag leisten und arbeiten derzeit intensiv an Konzepten, wie wir Flüchtlingen ein Arbeitsangebot machen können“, kündigte Allianz-Deutschland-Chef Manfred Knof gegenüber dieser Zeitung an. „Wir haben viele Ideen, wie man helfen kann“, sagt ein Siemens-Sprecher. Und wenn es nur ein Angebot von Schnupperkursen im Unternehmen oder von Deutschkursen sei, das könne einen geregelten Übergang zu einer Ausbildung ermöglichen.

          Der Chemiekonzern BASF unterstützt nach eigenen Angaben bereits mehr als 20 Projekte mit verschiedenen Partnern in der „Metropolregion Rhein-Neckar“ rund um den Firmensitz Ludwigshafen. Sie alle haben die Integration von Flüchtlingen zum Ziel. Zusätzlich will der Konzern nach Angaben einer Sprecherin bereits bestehende Qualifikationsprogramme erweitern. „Zurzeit sind wir in der Planung, wie wir in diese Programme eine intensive Förderung der deutschen Sprache aufnehmen können, um so auch Zielgruppen wie Flüchtlingen eine konkrete Perspektive bieten zu können.“

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