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ÖBB bestellt „Nightjets“ : Im Schlafwagen nach Paris

Premierenfahrt nach Brüssel: Bahnchef Andreas Matthä und die SNCB-Chefin Sophie Dutordoir und Francois Bellot, Verkehrsminister von Belgien, weihten den „Nightjet“ Anfang des Jahres ein – nun soll er auch nach Paris. Bild: dpa

Österreichs Bahn bestellt für 500 Millionen Euro neue “Nightjets“. Bahnchef Matthä will so die Spitzenstellung im Nachtzugverkehr Europas ausbauen.

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          Mit Wagemut, Geschick und ein wenig Glück haben sich die Österreichischen Bundesbahnen (ÖBB) in einem kleinen, aber interessanten Segment des Reiseverkehrs die europäische Spitzenposition erkämpft: dem Nachtzugverkehr. Die Klimadebatte habe das Thema „noch einmal ordentlich geboostet“, sagt der ÖBB-Vorstandsvorsitzende Andreas Matthä im Gespräch mit der F.A.Z. Damit der Marktanteil über der Marke von 50 Prozent bleibt, will die österreichische Staatsbahn jetzt groß investieren. In den kommenden Monaten werde man die Bestellung von 20 neuen Nacht-Zügen ausschreiben. „Das wird ein Investment von ungefähr 500 Millionen Euro. Ende 2024 werde man das Streckennetz deutlich erweitern, sagt er. „Dann kann ich meinen Traum verwirklichen, nach Paris zu fahren.“ Später vielleicht von Berlin nach Paris – eine Strecke, die seit 2014 nur noch die russische Staatsbahn bedient, einmal in der Woche, aus Moskau kommend.

          Andreas Mihm
          Wirtschaftskorrespondent für Österreich, Ostmittel-, Südosteuropa und die Türkei mit Sitz in Wien.
          Kerstin Schwenn
          Wirtschaftskorrespondentin in Berlin.
          Michaela Seiser
          Wirtschaftskorrespondentin für Österreich und Ungarn mit Sitz in Wien.

          Matthä verbindet das mit einer Einladung an Nachbarbahnen: „Ich würde mich freuen, wenn die Schweizer und gerne auch die deutschen Kollegen hier mit uns gemeinsam in eine Kooperation gehen. Denn unsere Nachtzugnetze werden einen Knotenpunkt in Zürich brauchen und, wenn man etwas weiterdenkt, auch einen in Berlin.“ Gespräche hat es gegeben. Er lässt durchblicken, dass diese mit der Schweizerischen Bundesbahn leichter fallen als mit der DB. „Wir würden uns insbesondere gerne vorher mit den Schweizer Kollegen die Hand reichen.“

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