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LeBron James : Ein Basketballidol und Pizzajunge

King James ist einer der erfolgreichsten Basketballer der Geschichte – und auch wirtschaftlich hat er ein gutes Gespür. Bild: AP

LeBron James ist der bestbezahlte Sportler Amerikas. Er hat auch eine gute Nase fürs Geschäft. Das beweist er gerade – mit einer aufstrebenden Imbisskette.

          4 Min.

          Es war eine Situation, wie sie nicht allzu viele Achtzehnjährige erleben dürften: Im Jahr 2003, als er am Anfang seiner Basketballkarriere stand und noch nicht zu den größten Sportidolen Amerikas gehörte, saß Le-Bron James an einem riesigen Konferenztisch dem Vorstandschef des Sportartikelherstellers Reebok gegenüber. Der Manager schob ihm einen Scheck über zehn Millionen Dollar zu und sagte, das Geld gehöre ihm, wenn er sich auf der Stelle unter Vertrag nehmen lasse und nicht mit den Wettbewerbern Nike und Adidas spreche. Für den aufstrebenden Sportler, der damals noch in einer Sozialwohnung zu einer Monatsmiete von 17 Dollar lebte, war das eine unfassbare Summe. Und trotzdem kam er schnell ins Grübeln.

          Roland Lindner

          Wirtschaftskorrespondent in New York.

          Er dachte sich, wenn Reebok ihm schon einfach so einen Zehn-Millionen-Dollar-Scheck vor die Nase hält, könnte es dann nicht auch sein, dass Nike und Adidas ihm noch viel mehr zahlen würden? Und tatsächlich warben auch die Wettbewerber aggressiv um den Teenager. Adidas, der heutige Reebok-Eigentümer, versuchte sogar, ihn mit Reklametafeln in seiner Heimatstadt Akron in der Nähe von Cleveland zu ködern. Am Ende unterschrieb James einen Ausrüstervertrag mit Nike, der ihm Medienberichten zufolge 90 Millionen Dollar einbrachte. Es hat sich also gelohnt, das verlockende erste Angebot auszuschlagen, auch wenn ihm bei dem Gedanken daran bis heute etwas mulmig wird. „Ich kann noch immer nicht glauben, dass ich die zehn Millionen Dollar liegengelassen habe“, sagte er unlängst.

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