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Bahnchef Grube tritt zurück : Eilmeldung in umgekehrter Reihenfolge und IC-Tempo

  • Aktualisiert am

Rüdiger Grube fährt ab jetzt nur noch privat mit der Bahn. Bild: AFP

Bahnchef Grube wirft hin – an dem Tag, an dem alle seine Vertragsverlängerung erwartet hatten. Für die Twitter-Gemeinde ist das ein gefundenes Fressen.

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          Eigentlich sollte diesen Montag seine Vertragsverlängerung als Bahnchef verkündet werden - so war es zumindest erwartet worden. Stattdessen will Rüdiger Grube nun noch heute seinen Arbeitsplatz räumen. Er wirft dem Aufsichtsrat des Staatskonzerns vor, sich nicht an getroffene Absprachen gehalten zu haben. Statt einen Vertrag bis Ende 2020 habe man ihm nur eine Verlängerung für zwei weitere Jahre angeboten, verlautete es aus Aufsichtsratskreisen. Übergangsweise soll nun Finanzvorstand Richard Lutz Grubes Aufgaben übernehmen.

          Der Abschied kommt überraschend. Reaktionen im Netz ließen freilich nicht lange auf sich warten. Bei Twitter sind Beschwerden über Verspätungen, Zugausfälle oder geschlossene Bordbistros ohnehin eine Art Volkssport. Da ist der Rücktritt ein gefundenes Fressen. So nimmt sich ein Nutzer namens Lars Hohlfeld gleich die gern bemängelte Pünktlichkeit der Deutschen Bahn vor: Grubes Entscheidung sei eigentlich längst gefallen gewesen, nur habe sie etwas gebraucht, um durchzudringen, da sie mit einem langsameren Inter City unterwegs gewesen sei.

          Ein anderer Nutzer wiederum spielt in seinem Tweet auf eine Begebenheit an, die schon mal für chaotische Zustände am Bahnsteig sorgen kann: Die Reihenfolge der Waggons, die bisweilen nicht der Ordnung des ausgehängten Plans entspricht, nach welcher sich die pflichtschuldigen Reisenden brav aufgestellt haben.

          Für das Reaktionsteam der Comedy-Show von Joko und Klaas („Circus Halligalli) ist Grube weiterhin im Amt - und wird es auch noch eine Weile bleiben.

          Radio-Moderator Ralf Podszus wundert sich derweil über die Berichterstattung, die er im Zusammenhang mit der Bahn offenbar für unangebracht hält. Stern-Journalist Lorenz Wolf-Doettinchem dagegen erinnert an eines von Grubes Herzensthemen als Bahn-Vorstand: Gratis W-Lan in allen ICE-Zügen. Das versprochene W-Lan ist da und Grube weg - was dank ihm auch jeder im entsprechend ausgestatteten Fernzug mitbekommen haben dürfte.

          Vielfahrer Matthias Gastel ist schon einen Schritt weiter und fordert einen „Neuanfang beim Bahnkonzern“. Der Grünen-Bundestagsabgeordnete blickt auf 142 Bahnfahrten in 2016 zurück, worüber er in der F.A.Z. Ende vergangenen Jahres berichtet und seine persönliche Bilanz gezogen hatte

          Auf dem offiziellen Twitter-Account der Bahn-Presseabteilung bleibt es dagegen auch am Nachmittag des Grube-Rücktritts ruhig. Der letzte Tweet hier stammt von letzte Woche Freitag und hat ein harmonisches Foto vom Wartesaal am Münchener Hauptbahnhofs im Angebot. Die Stimmung in der Berliner Bahn-Zentrale dürfte aktuell eine andere sein.

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