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Cannabis als Schmerzmittel : Erst die Joint-Alternative, dann der Blockbuster

Hat die Lizenz zum Grasanbau: Clemens Fischer will mit seinem neuen Schmerzmittel einen Blockbuster auf den Markt bringen. Bild: F.A.Z.

Der Pharmaunternehmer Clemens Fischer peilt mit Cannabis ein Milliardengeschäft an. Von seinem aus Hanf gewonnenen Schmerzmittel verspricht er sich Wirkung innerhalb einer Minute.

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          Seit ein paar Wochen wird in Kerteminde fleißig Hanf geerntet. In dem kleinen Ferienort am Großen Belt in Dänemark hat der Münchner Pharmaunternehmer Clemens Fischer auf einer Fläche so groß wie 15 Fußballfelder eine Cannabis-Plantage aufgezogen. Rund 100 Millionen Euro investiert er – in Labore und Gewächshäuser, in Forschung und Entwicklung. Sein Ziel: ein verschreibungspflichtiges Medikament für austherapierte Schmerzpatienten, das das Zeug hat zu einem echten Blockbuster, also einem Arzneimittel mit mehr als einer Milliarde Euro Umsatz.

          Henning Peitsmeier

          Wirtschaftskorrespondent in München.

          Die Basis dafür ist das getrocknete Blütenmaterial einer neuen Nutzhanfpflanze mit dem berauschenden Wirkstoff Tetrahydrocannabinol (THC). Einen Namen hat sie auch schon: VER-01. Die drei Buchstaben stehen für Vertanical, Fischers neues Unternehmen. Jetzt ist Erntezeit. „Wir werden schon in diesem Jahr zwei bis drei Tonnen Medizinal-Cannabis produzieren. Und das Gute an der Pflanze, die wir kultivieren, ist der konstant hohe THC-Anteil kombiniert mit einem einzigartigen Terpenprofil, mit dem Schmerzen meines Erachtens am besten therapiert werden können. Die enthaltenen Terpene zeigen dabei eine durchschlaffördernde und antidepressive Wirkung, die für Schmerzpatienten einen signifikanten Mehrwert haben könnte“, doziert der promovierte Arzt. „Das hat das Potential, ein Power-Medikament zu werden, mit dem wir im Sinne der Patienten eine führende Rolle einnehmen wollen.“

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