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Deutscher Autohersteller : BMW spart zwei Milliarden Euro in den Werken

Mitarbeiter im BMW-Werk in Leipzig Bild: dpa

Der Autohersteller will mit aller Macht die Kosten senken – und dafür soll niemand entlassen werden. Produktionsvorstand Milan Nedeljkovic sagt, wie das funktionieren kann.

          3 Min.

          Die Coronavirus-Epidemie hat in China dazu geführt, dass die Autoproduktion vieler Hersteller seit einigen Wochen ruht. In den drei chinesischen BMW-Werken haben die Beschäftigten am Montag die Arbeit nun wieder aufgenommen. Mit nennenswerten Verwerfungen rechnet der BMW-Produktionsvorstand Milan Nedeljkovic nicht. „Auf unsere Werke außerhalb Chinas hat der Coronavirus-Ausbruch keine Auswirkungen. Die weltweite Lieferkette ist zu keiner Zeit gerissen und auch unsere Jahresplanung für die Produktion in China ist nicht beeinträchtigt“, sagt Nedeljkovic, der seit gut 100 Tagen im Amt ist. „Das ausgefallene Volumen könnten wir in allen drei Werken zum Beispiel über Schichtverlängerungen aufholen, wenn der chinesische Markt einen entsprechenden Bedarf hat.“

          Henning Peitsmeier

          Wirtschaftskorrespondent in München.

          Martin Gropp

          Es sind unsichere Zeiten. Aber der 50 Jahre alte Nedeljkovic versucht im Gespräch den Eindruck zu erwecken, BMW sei darauf vorbereitet. Derzeit setzt der Münchner Autokonzern seinen Kurs unter Vorstandschef Oliver Zipse unbeirrt fort. Dazu gehört ein umfangreiches Sparprogramm, das auch vor jenem Ressort nicht haltmacht, das Nedeljkovic von Zipse übernommen hat. „Wir werden in der Produktion bis Ende 2022 insgesamt zwei Milliarden Euro Effizienzpotential heben“, kündigt er an. „Das schaffen wir durch zwei Stellhebel: Zum einen optimieren wir die Anlageinvestitionen. Zum anderen senken wir die laufenden Kosten, indem wir unsere Prozesse kontinuierlich verbessern und die Möglichkeiten der Digitalisierung nutzen. Ein Beispiel dafür ist das Zusammenspiel von Mensch und Maschine.“ Seit etwas mehr als zwei Jahren läuft das Sparprogramm „Performance Next“, mit dem die Effizienz im Konzern verbessert werden soll. Danach sollen etwa die Hälfte der Antriebsvarianten entfallen und Nischenmodelle wie der Dreier Gran Turismo keinen Nachfolger mehr erhalten. Auch die Lieferanten werden zum Sparen angehalten.

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