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Kaufhof und Karstadt : Großer Warenhauskonzern soll wohl aus Essen geführt werden

  • Aktualisiert am

Der Zusammenschluss von Kaufhof und Karstadt hat merkliche Folgen. Bild: dpa

Wichtige Entscheidung für die Zukunft von Kaufhof und Karstadt: Der große Warenhauskonzern soll wohl aus Essen geführt werden. Verschiedene Zahlen kursieren, was das für die Arbeitsplätze bedeutet.

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          Der neue Warenhauskonzern aus Karstadt und Kaufhof soll wohl federführend aus der Essener Karstadt-Zentrale heraus gelenkt werden. Der Kölner Kaufhof-Hauptsitz stehe aber nicht vor dem endgültigen Aus, sagten mehrere mit dem Vorgang vertraute Personen an diesem Freitag. Er solle als eine Art Außenstelle erhalten bleiben, wichtige Management-Funktionen verblieben in der Domstadt.

          Die Standort-Entscheidung sei aber auch mit einem Stellenabbau verbunden, Hunderte von Arbeitsplätzen in den beiden Zentralen stünden auf der Kippe. Die Beschäftigten sollen in Betriebsversammlungen informiert werden, hieß es weiter. Von Karstadt und Kaufhof waren zunächst keine Stellungnahmen zu erhalten. Nach einem Bericht der „Süddeutschen Zeitung“ sind bis zu 5000 Arbeitsplätze bedroht; bislang hielten Kenner der beiden Unternehmen nach Informationen der F.A.Z. dagegen einen Stellenabbau von 3000 der aktuell 30.000 Beschäftigten für realistisch.

          Kaufhof ist seit Ende November Teil eines Gemeinschaftsunternehmens mit Karstadt. Der frühere Kaufhof-Eigentümer HBC hatte der Fusion im vergangenen Jahr nach langem Zögern zugestimmt. Die Nordamerikaner sind mit 49,99 Prozent an dem Gemeinschaftsunternehmen mit Karstadt beteiligt, das über ungefähr 240 Filialen mit einem Umsatz von gut fünf Milliarden Euro verfügt. Mehrheitseigner ist die Signa Holding des österreichischen Investors Rene Benko.

          Karstadt hat im operativen Geschäft das Sagen. Der langjährige Karstadt-Chef Stephan Fanderl führt den neuen Warenhaus-Riesen. Der Konzern muss im erbitterten Wettbewerb mit den Online-Händlern von Amazon bis Zalando bestehen.

          Kaufhof hatte Insidern zufolge im wichtigen Weihnachtsgeschäft Umsatzrückgänge verbucht. Eine „entschlossene Sanierung“ sei nun notwendig. Die Arbeitnehmervertreter hatten erklärt, beide Warenhäuser hätten ihren Platz in Deutschland. Die Tarifkommissionen hatten eine Standort- und Beschäftigungssicherung sowie eine volle Tarifbindung der beiden Häuser an die Flächentarifverträge für den Handel gefordert.

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