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Softbank übernimmt Kontrolle : Wework-Gründer erhält zum Abschied Milliardenpaket

Sein Unternehmen stand kurz vor der Pleite, jetzt wurde Wework gerettet: Adam Neumann lässt sich seinen Abschied aber teuer bezahlen. Bild: AFP

Wework ist gerettet, der japanische Softbankkonzern übernimmt das Unternehmen. Der Gründer Adam Neumann wird weiter entmachtet, erhält dafür aber viel Geld.

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          Selten ist innerhalb kurzer Zeit so viel Wert vernichtet worden wie im Fall von Wework. Noch im Januar wurde das Büroraum-Start-up von Investoren mit 47 Milliarden Dollar bewertet. Die hofften, mit dem Börsengang Kasse zu machen. Der wurde inzwischen abgesagt. Jetzt ist ein Deal, der das Unternehmen noch mit 8 Milliarden Dollar bewertet, die Rettung.

          Gustav Theile

          Redakteur in der Wirtschaft.

          Denn am Dienstag berichtete das „Wall Street Journal“, dass der japanische Technologie-Konzerns Softbank die Kontrolle über das Unternehmen übernimmt. Der hatte schon bisher ein Drittel der Wework-Anteile gehalten. Berichten zufolge wäre Wework bis Ende des Jahres das Geld ausgegangen, eine Insolvenz nicht mehr abzuwenden gewesen. Das Unternehmen hat Sparprogramme aufgesetzt.

          Neumann erhält viel Geld

          Mit der Übernahme verliert auch der umstrittene Wework-Gründer Adam Neumann einen Großteil seines Einflusses, lässt sich das jedoch teuer bezahlen. Er erhält insgesamt 1,7 Milliarden Dollar von Softbank: 1 Milliarde für seine Anteile an Wework, einen Kredit in Höhe von 500 Millionen, um einen weiteren Kredit begleichen zu können, und 185 Millionen Dollar als Beratungsgebühr. In Zukunft wird Neumann damit nur noch ein einfaches Mitglied des Aufsichtsgremiums sein, wie das „Wall Street Journal“ berichtet. Schon zuvor hatte er seinen Posten als Geschäftsführer abgeben müssen.

          Softbankchef Masayoshi Son übernimmt die Kontrolle bei Wework

          Softbank betreibt mit dem Deal Schadensbegrenzung. Die Japaner haben schon vor der Übernahme am Dienstag mehr als 10 Milliarden Dollar in das Unternehmen gesteckt, mehr also als die gegenwärtige Bewertung des Unternehmens. Der Softbank-Gründer Masayoshi Son, der mit seinem 100 Milliarden Dollar schweren Vision-Fund überall auf der Welt in Technologieunternehmen investiert, hat seine Erfolgsbilanz deshalb kürzlich als beschämend bezeichnet. Nicht nur das Wework-Investment, auch weitere Beteiligungen wie die an dem Fahrdienstleister Uber haben in letzter Zeit deutlich an Wert eingebüßt.

          Wework wollte im September an die Börse gehen und hatte dafür im August seinen Börsenprospekt vorgelegt. Die Börse war entsetzt über hohe Verluste, einen bedenklichen Einfluss von Neumann und zweifelhafte Geschäfte zwischen Neumann und Wework. Es folgten dramatische Wochen, jetzt ist das Unternehmen gerettet, zumindest vorerst.

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