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Unternehmer in Großbritannien : Englands wackere Brexit-Freunde

UK über alles: Ein Mitglied der Brexit-Partei trägt am 28. Januar 2020 Socken, auf denen die Flagge Großbritanniens zu sehen ist. Bild: dpa

Den Kritikern zum Trotz: In der britischen Wirtschaft gibt es prominente Stimmen, die den EU-Austritt Ende Januar enthusiastisch begrüßen.

          4 Min.

          Wenige Tage vor dem Brexit tobt ein bizarrer Streit, ob die Glocken von Big Ben in London am 31. Januar läuten sollen, um den EU-Austritt zu feiern. Die Boulevardpresse schäumte, nachdem eine Parlamentskommission privates Geld einer Crowdfunding-Initiative für den Glockenschlag abgelehnt hatte. In britischen Wirtschaftskreisen hängt man derzeit anderen Gedanken nach. Die Mehrheit der Unternehmensführer und Unternehmensverbände war klar gegen den EU-Austritt und hadert auch dreieinhalb Jahre nach dem Votum damit. Es gab aber auch Unternehmer, Manager und Ökonomen, die beharrlich für einen EU-Austritt des Königreichs geworben haben. Für sie läuten nun innerlich die Glocken.

          Philip Plickert
          Wirtschaftskorrespondent mit Sitz in London.

          „Ich glaube, der Brexit wird uns großartige Möglichkeiten bieten“, sagt etwa Lord Simon Wolfson. Der Chef der Bekleidungshandelskette Next mit fast 45.000 Mitarbeitern ist einer der prominentesten Brexit-Freunde in der britischen Wirtschaft. Auch Roger Bootle, Gründer des makroökonomischen Beratungsunternehmens Capital Economics in London, sieht dem EU-Ausstieg mit Freude entgegen. Er stellt – wie so viele Brexit-Anhänger – nicht die ökonomischen, sondern politische Gründe in den Vordergrund. „Durch den Brexit gibt es kurzfristig hier ein bisschen Minus und ein bisschen Plus, das ist unter dem Strich nicht viel“, sagt der 67-jährige Ökonom, als er in einem hellen Sessel seines Büros ein paar Schritte von der Victoria Station in London Platz nimmt. „Brexit ist letztlich eine politische Sache. Es geht um Souveränität, um Selbstbestimmung.“ Das sieht auch sein Freund Wolfson so: „Mehr und mehr Regeln, die uns als Bürger und die Wirtschaft betreffen, werden in Brüssel gemacht von einer nicht gewählten Bürokratie“, klagt er. Es ist das Mantra aller Euroskeptiker im Königreich. Die EU sei bürgerfern, undemokratisch, protektionistisch.

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