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Neuer Lebensstil : Warum alkoholfreies Bier immer beliebter wird

Oans, zwoa, drei, g’suffa: Auf dem Oktoberfest in München gibt es vor allem Starkbier. Bild: dpa

Deutschlands Brauereien verkaufen immer mehr alkoholfreies Bier. Aus dem einstigen Autofahrergetränk ist ein Symbol für einen neuen Lebensstil geworden. Das hat selbst Auswirkungen in Saudi-Arabien.

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          Die Ernüchterung begann schon in der DDR, als eine Ostberliner Brauerei Anfang der 70er-Jahre das erste alkoholfreie Bier Deutschlands entwickelte. 1972 stellten die Brauer das neue Getränk auf der Leipziger Messe vor – als „Autofahrerbier“, auf dem Etikett schlicht „Aubi“ genannt. Etwas Ähnliches gab es bisher nur in der Schweiz, aber nicht in Westdeutschland. Das Getränk war ganz nach dem Geschmack der DDR-Führung. Denn in den Jahren zuvor, war der Alkoholkonsum im Arbeiter-und-Bauern-Staat drastisch gestiegen. Trotzdem galt in der gesamten DDR für Autofahrer eine strikte Null-Promille-Grenze, während sich Westdeutsche damals noch leicht angesäuselt mit 0,8 Promille hinter das Lenkrad setzen durften.

          Tillmann Neuscheler
          Redakteur in der Wirtschaft.

          Zudem versprach sich die DDR mit dem Autofahrerbier einen zusätzlichen Devisenbringer. Zumindest dieser Wunsch ging in Erfüllung: Das „Aubi“ wurde später nach Amerika und Großbritannien exportiert, unter anderem Namen: „Foxy Light“ hieß es in Amerika, in England „Berolina“.

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