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Werk-Schließung : Opels Abschied von Bochum wird teuer

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Nicht nur auf Verkehrsschildern: Die Schließung des Opel-Werks in Bochum reißt ein Loch in die Ruhrgebietsstadt Bild: dpa

Allein für den Personalabbau muss der Autohersteller Opel nach F.A.Z.-Informationen mehr als eine halbe Milliarde Euro zahlen. Die Kosten der Produktionsverlagerung nach Rüsselsheim kommen noch hinzu.

          Trotz der jüngsten Absatzerfolge hält Opel an der geplanten Schließung der Fabrik in Bochum fest. Der Abschied vom Ruhrgebiet wird extrem teuer für das Unternehmen. Die Gesamtkosten liegen weit oberhalb von einer halben Milliarde Euro. Allein für die Kosten rund um den Personalabbau in Bochum muss der Autohersteller 551,8 Millionen Euro aufbringen.

          Diesen Betrag hat der Aufsichtsrat der Adam Opel AG nach Informationen der Frankfurter Allgemeinen Zeitung schon bei einer Sitzung Ende März per offiziellem Beschluss abgesegnet. Rein rechnerisch sind das 160.000 Euro je wegfallendem Arbeitsplatz. Ein Konzernsprecher wollte die Interna aus dem Kontrollgremium auf Anfrage nicht kommentieren.

          Insgesamt geht es um 3.300 Arbeitsplätze

          Das Geld wird neben Abfindungen – die pro Person im Durchschnitt bei etwa 110.000 Euro liegen – auch für die Finanzierung einer Transfergesellschaft und für Vorruhestandsregelungen eingesetzt. Insgesamt geht es um 3300 Arbeitsplätze, die nach dem Aus für die Autoproduktion in Bochum Ende 2014 wegfallen.

          Damit nicht genug: Hinzu kommen noch Kosten für die Verlagerung der Produktion des bisher in Bochum produzierten Familienvans Zafira an den Opel-Stammsitz in Rüsselsheim und dazu noch Ausgaben für die Sanierung des Grundstücks in Bochum samt der Reinigung von Altlasten. Allein die Verlagerung des Zafira nach Rüsselsheim kostet nach Informationen der F.A.Z. aus dem Umfeld der Opel-Werksleitung in Bochum rund 50 Millionen Euro. Dabei wird das Nachfolgemodell schon zwei Jahre später Rüsselsheim ohnehin wieder verlassen und vom französischen Opel-Partner Peugeot gebaut werden. Die Franzosen lasten damit ihr Stammwerk in Sochaux aus.

          Über die Details eines Sozialtarifvertrages für die Bochumer Beschäftigten wird nun schon seit Monaten gerungen. Der Bochumer Betriebsratschef Rainer Einenkel und sein Verhandlungspartner von der Unternehmensleitung, Opel-Personalvorstand Ulrich Schumacher, gingen gerade erst in der vergangenen Woche nach einer langen und anstrengenden Nachtsitzung unverrichteter Dinge wieder auseinander. Offenbar steckt der Teufel im Detail. Der Sozialtarifvertrag soll nun nach Informationen der F.A.Z. noch genauer ausformuliert und noch verbindlicher werden – insbesondere was die Zusage von 265 neuen Arbeitsplätzen in einem Ersatzteillager angeht.

          Der ehemalige VW-Manager Karl-Thomas Neumann war im März 2013 als neuer Vorstandsvorsitzender an die Spitze von Opel gewechselt. Seither hat der 53 Jahre alte Manager vieles zum Besseren gewendet. Deshalb wurde sein anfangs nur einjähriger Vertrag erst kürzlich in aller Stille vom Aufsichtsrat um weitere vier Jahre bis März 2018 verlängert.

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