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Werbefilm gegen China : Leicas Betriebsunfall

Screenshot aus einem Werbevideo mit dem Titel ’The Hunt’ für den Kamerahersteller Leica Bild: Leica/Youtube / Screenshot F.A.Z.

Ein Leica-Werbevideo kann nur als Anklage gegen Chinas herrschende Kommunistische Partei interpretiert werden. Leica versucht, das Video als Betriebsunfall darzustellen. Doch Partner Huawei dürfte reichlich Druck machen.

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          Der hessische Kamerahersteller Leica, dessen Linsen in den Smartphones des umstrittenen chinesischen Huawei-Konzerns verbaut werden, hat ein Werbevideo veröffentlicht. Und das kann nicht anders interpretiert werden denn als Anklage gegen Chinas herrschende Kommunistische Partei wegen des von ihr angeordneten Massakers auf dem Platz des Himmlischen Friedens.

          In sechs Wochen, am 4. Juni, jährt sich die größte Tragödie der Volksrepublik seit Ende der Kulturrevolution zum dreißigsten Mal. Dafür, dass sich die Führung dem schmerzhaftesten Trauma der jüngeren Vergangenheit Chinas stellen will, gibt es keine Anzeichen.

          Im Gegenteil, jede Äußerung über das Ereignis wird in Staatsmedien und Internet unterdrückt. Auch zum Leica-Film könnte die Regierung öffentlich bei ihrem Schweigen bleiben.

          Hinter den Kulissen dürfte der Kamerahersteller jedoch reichlich Druck von Führung und Geschäftspartner Huawei erhalten. Schon beginnt Leica, seinen Film als Betriebsunfall zu entschuldigen. Doch in einem immer autoritäreren China sind die Fallstricke für ausländische Unternehmen inzwischen so zahlreich, dass weitere Betriebsunfälle wohl unausweichlich sind.

          Hendrik Ankenbrand

          Wirtschaftskorrespondent für China mit Sitz in Schanghai.

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