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Zuschauer im Fußballstadion : Geimpft, genesen, getestet, verwirrt

Wer darf ins Stadion? Einige Bayern-Fans haben den Hindernislauf im Mai geschafft. Bild: SVEN SIMON

Wie viele Zuschauer dürfen in die Fußballstadien? Die Politik hat eine einheitliche Linie versprochen. Davon bleibt wenig übrig. Und die Regierung schweigt oder weiß nicht Bescheid.

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          Es wirkte alles so klar und eindeutig: Maximal jeder zweite Platz im Stadion sollte besetzt werden dürfen, jedoch nicht mehr als 25.000 Zuschauer. Darauf einigten sich die Bundesländer Anfang Juli. Nur Bayern scherte mit einer Maximalauslastung von 35 statt 50 Prozent aus. Dennoch: Die Vereine, allen voran die Klubs der Fußballbundesliga, hatten Planungssicherheit. Davon bleibt angesichts steigender Inzidenzzahlen wenig übrig. Noch scheint völlig ungeklärt, wie die Vereine Geimpfte, Genesene und Getestete behandeln. Und obendrein bekommt die Politik in Berlin offenbar nicht mit, was in den Städten verabredet wird.

          Gustav Theile
          Redakteur in der Wirtschaft.

          Stattdessen verbreitet der Fußball das Dé­jà-vu-Gefühl: Alles schon mal dagewesen. Auch kurz vor der letzten Bundesligasaison, die wegen der Pandemie gut einen Monat später begonnen hatte, hatten sich die Bundesländer auf eine gemeinsame Linie verständigt. „In einer sechswöchigen Testphase ist eine Auslastung von maximal 20 Prozent der jeweiligen Kapazität erlaubt“, hieß es Mitte September 2020 in einer Meldung. An den ersten Spieltagen waren bei manchen Spielen tatsächlich einige tausend Zuschauer in den Stadien. Die Verantwortlichen in den Vereinen sprachen davon, in der Rückrunde wieder vor vollen Rängen spielen zu können. Letztlich dauerte das „Experiment“ oder der „Probestart“, so nannte Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) den Schritt damals, nicht lange: Die nächste Welle hatte längst angefangen. Der nächste Lockdown war nur Wochen entfernt.

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