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Quecksilber : Wenn die Energiesparlampe zerbricht

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Energiesparlampen dürfen bis zu fünf Milligramm Quecksilber enthalten

Energiesparlampen dürfen bis zu fünf Milligramm Quecksilber enthalten Bild: dpa

Das Umweltbundesamt hat einen neuen Beleg für Gesundheitsgefahren durch entweichendes Quecksilber bei zerbrochenen Energiesparlampen veröffentlicht. Geht eine Lampe zu Bruch, kann das giftige Schwermetall in die Raumluft gelangen - und die Belastung um das 20-fache über dem Richtwert liegen.

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          Das Umweltbundesamt hat vor Gefahren durch das in Energiesparlampen verwandte Quecksilber gewarnt. Wenn eine Energiesparlampe zu Bruch gehe, könne das giftige Schwermetall in die Innenraumluft gelangen, erklärte die Behörde am Donnerstag in Dessau. Eine Stichprobe mit zwei Lampen habe gezeigt, dass unmittelbar nach dem Bruch die Quecksilber-Belastung um das 20-fache über dem Richtwert von 0,35 Mikrogramm pro Kubikmeter für Innenräume liege.

          Kinder und Schwangere sollten sich deshalb von zerbrochenen Energiesparlampen fernhalten, empfahl das Umweltbundesamt. Wenn eine Lampe zerbricht, soll man sofort die Fenster zum Lüften weit öffnen. Durch intensives Lüften sinke die Quecksilbermenge in der Luft wieder deutlich ab. Bis es soweit ist, sollten alle Personen und Haustiere für etwa 15 Minuten den Raum verlassen.

          Bei dem Test wurden zwei Energiesparlampen von europäischen Markenherstellern untersucht: eine mit zwei Milligramm und die andere mit fünf Milligramm Quecksilber. Beide hatten keine Schutzummantelung und wurden in heißem Zustand zerbrochen. Bei beiden Lampen wurden nach fünf Minuten und auch noch nach fünf Stunden in einem Meter Höhe über dem Fußboden Konzentrationen von Quecksilber gemessen, die die Gesundheit von Schwangeren, kleinen Kindern und empfindlichen Menschen beeinträchtigen können.

          Umweltbundesamt-Präsident Jochen Flasbarth forderte, mittelfristig sei eine Lampentechnik nötig, von der keine Quecksilberbelastung ausgehe. „Die richtige und notwendige Energieeinsparung von bis zu 80 Prozent gegenüber Glühbirnen muss einhergehen mit sicheren Produkten, von denen keine vermeidbaren Gesundheitsrisiken ausgehen.“

          „Der Staat hat bei der Produktsicherheit offenbar geschlafen“

          Flasbarth riet dazu, in Kinderzimmern und anderen Stellen mit einem erhöhten Bruchrisiko Energiesparlampen einzusetzen, die etwa durch eine Kunststoffummantelung vor dem Zerbrechen gesichert sind. Die Industrie forderte er auf, mehr solcher bruchsicheren Lampen anzubieten - falls dies nicht freiwillig geschehe, müsse die EU dies gesetzlich vorschreiben.

          Der Verbraucherzentrale Bundesverband (vzbv) verlangte, das Glühbirnenverbot auszusetzen. „Der Staat hat bei der Produktsicherheit offenbar geschlafen“, erklärte vzbv-Vorstand Gerd Billen. Die Bundesregierung müsse nun dafür sorgen, dass die Leidtragenden nicht die Verbraucher sind, und in Brüssel eine Aussetzung des Verbots erwirken. Hersteller und Händler sollten ihren Kunden das Geld für die unsicheren Produkte zurückerstatten.

          Herkömmliche Glühbirnen mit 100 Watt Leistung dürfen seit dem 1. September 2009 nicht mehr in den Verkehr gebracht werden. Seit dem 1. September dieses Jahres gilt das Verbot auch für Birnen mit 75 Watt. Im Jahresabstand werden noch die 60-Watt- sowie schließlich die 40- und 25-Watt-Birnen vom Markt genommen. Ziel der Vorschrift, die in der Öko-Design-Richtlinie der EU steht, ist ein geringerer Stromverbrauch und damit weniger Ausstoß des Treibhausgases Kohlendioxid in die Umwelt.

          Nach Angaben des Umweltprogramms der Vereinten Nationen UNEP kann allein mit dem Einsatz energiesparender Lampen die Menge an Treibhausgasen eingespart werden, die mehrere Zehnmillionen Autos ausstoßen. Das geht aus einem Bericht hervor, den die Organisation am Mittwoch (Ortszeit) auf dem Klimagipfel in Cancún vorgestellt hat. Die elektrische Beleuchtung benötigt laut UNEP weltweit etwa 19 Prozent allen Stroms und sei für 6 bis 8 Prozent des Treibhausgasausstoßes verantwortlich.

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