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Nach Terror-Anschlägen : Weniger Urlauber für die Türkei

  • Aktualisiert am

Unbesetzte Liegen an der türkischen Riviera Bild: dapd

Die Anschläge von Istanbul haben die deutschen Urlauber verunsichert. Nachdem die Türkei in den vergangenen Jahren zu den Gewinnern des Tourismus zählte, ändern die Veranstalter nun ihr Programm.

          Die Reiseveranstalter hatten es bereits befürchtet: Nach dem Anschlag auf deutsche Touristen in Istanbul bricht die Nachfrage nach Türkei-Urlauben ein. Veranstalter wie Branchenprimus Tui, Thomas Cook oder DER Touristik berichteten auf Anfrage von derzeit insgesamt zurückhaltender Nachfrage nach Türkei-Reisen für die Sommersaison. „Wir stellen aktuell eine Verschiebung der Nachfrage von Ost nach West fest", sagte eine Tui-Sprecherin. „Wir sind aber zuversichtlich, dass die Türkei wieder anzieht, wenn die Lage stabil bleibt."

          Die Buchungen für den Sommer liegen beim Reisekonzern TUI rund 40 Prozent unter dem Vorjahresniveau, wie TUI am Dienstag mitteilte. Der Konzern sehe sich jedoch in der Lage, schnell auf die Veränderungen zu reagieren und Gästen Angebote in anderen Destinationen zu machen.

          Die Konkurrenz gibt die Hoffnung ebenfalls noch nicht auf: „Wir gehen davon aus, dass die Buchungen für Badeziele in der Türkei noch reinkommen werden“, sagte ein Thomas Cook-Sprecher. Auch DER Touristik berichtete von zurückhaltenden Buchungen für das Land am Bosporus, Stornierungen gebe es aber nicht. „Der Wunsch nach Urlaub ist groß, das Interesse ist da, auch die Konjunkturaussichten sind positiv. Einzig die Buchungsentscheidung ist bei vielen noch nicht gefallen", beschrieb René Herzog, der Chef von DER Touristik Central Europe, jüngst die aktuelle Lage insgesamt.

          Auch Aida steuert Türkei nicht mehr an

          Auch die Kreuzfahrtschiffe von Aida Cruises steuerten die Türkei gerne an. Das soll in diesem Sommer jedoch anders sein. Nach den jüngsten Anschlägen in Istanbul hätten zahlreiche Gäste den Wunsch geäußert, ihre Reise auf eine andere Urlaubsregion umzubuchen, teilte das Unternehmen mit. Mehrere tausend Gäste hätten eine solche Reise bereit gebucht. Die Gäste kämen überwiegend aus Deutschland, der Rest vor allem aus Österreich und der Schweiz. Aida ist eine Tochter des britischen Reise- und Kreuzfahrtveranstalters Carnival.

          Was die Planänderung das Unternehmen kosten werde, sei noch unklar, sagte der Sprecher. Für die Kunden seien Umbuchungen kostenlos, Stornierungen allerdings nicht möglich. Details zum neuen Reiseprogramm würden in Kürze bekannt gegeben, hieß es.

          Die Türkei gehört nach Spanien und Griechenland zu den wichtigsten Zielen der Pauschalreiseanbieter. Tunesien und Ägypten zählen hingegen nicht zu den Top-Ten unter den Auslandszielen der Deutschen. Erschwerend kommt hinzu, dass sich die Verunsicherung gerade in der wichtigen Frühbucherphase in der Reisewelt breitmacht. Joussen sagte, dass vor allem Familien später buchten. Unter dem Eindruck der islamistischen Terrorserie von Paris hatten vor Weihnachten 20 Prozent der befragten Bundesbürger gegenüber den Marktforschern der GfK angegeben, ihr Reiseverhalten im Jahr 2016 wahrscheinlich oder sicher zu ändern.

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