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Weniger Neukunden als erwartet : Corona-Kater für Netflix

Netflix: Keine besonders guten Zahlen für die Kalfornier Bild: AFP

Netflix hat zwar weiter Neukunden während der Corona-Krise gewinnen können, doch die eigene Prognose wurde verfehlt. Auch für die Zukunft plant das kalifornische Unternehmen vorsichtig. Die Aktie sank.

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          Netflix hat in der Corona-Krise seine Kundenzahlen dramatisch ausgebaut. Der Videodienst profitierte davon, dass viele Menschen zu Hause festsaßen und mehr Zeit hatten, Filme und Fernsehshows auf seiner Plattform anzusehen. Aber im vergangenen Quartal hat sich das Wachstum erheblich abgeschwächt: Wie das Unternehmen am Dienstag nach Börsenschluss mitteilte, hat es in den vergangenen drei Monaten 2,2 Millionen zusätzliche Abonnenten gewonnen. Damit verfehlte es seine eigene Prognose von 2,5 Millionen Neukunden.

          Roland Lindner

          Wirtschaftskorrespondent in New York.

          In den ersten beiden Quartalen hatte Netflix seine Abonnentenzahlen noch um insgesamt mehr als 25 Millionen gesteigert. Schon im Juli warnte das Unternehmen allerdings vor einer Abschwächung und sagte, der Nachfrageschub im ersten Halbjahr habe womöglich künftiges Wachstum vorweggenommen. Die Zahlen sind nun aber noch schlechter ausgefallen als befürchtet, und auch für die nahe Zukunft gibt sich das Unternehmen vorsichtig. Im Schlussquartal erwartet Netflix 6,0 Millionen Neukunden, was deutlich unter dem Wert aus dem Vorjahr liegen würde. Und auch im ersten Halbjahr 2021 rechnet das Unternehmen mit weniger Abonnenten als im laufenden Jahr.

          Die Börse zeigte sich von den Zahlen enttäuscht, der Aktienkurs fiel im nachbörslichen Handel zeitweise um mehr als fünf Prozent. Die Netflix-Aktie hat allerdings seit Jahresbeginn mehr als 50 Prozent an Wert gewonnen. Und trotz der jüngsten Abschwächung liegt das Unternehmen weiter auf Kurs, für das Gesamtjahr einen Rekord bei den Neuabonnenten auszuweisen.

          NETFLIX INC. DL-,001

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          Von der starken Nachfrage nach Videoangeboten haben auch Wettbewerber profitiert, an erster Stelle der Unterhaltungskonzern Walt Disney mit seiner vor knapp einem Jahr gestarteten Plattform Disney+. Sie hatte nach letzten Angaben von Anfang August mehr als 60 Millionen Abonnenten und ist damit derzeit einer der wenigen Lichtblicke im Unternehmen. Netflix hat mit derzeit insgesamt 195 Millionen Kunden freilich noch immer einen gewaltigen Vorsprung.

          Eine der größten Herausforderungen für Netflix inmitten der Corona-Krise liegt darin, Nachschub an neuen Inhalten zu sichern. Die Produktion eigener Filme und Fernsehserien ist für das Unternehmen in den vergangenen Jahren immer wichtiger geworden, aber wegen der Pandemie wurden die Dreharbeiten zwischenzeitlich weitgehend lahmgelegt. Netflix sagte jetzt, es gebe „guten und vorsichtigen Fortschritt“ bei der Wiederaufnahme der Produktion, gerade in Europa und Asien, aber auch in der amerikanischen Heimat. Beispielsweise hätten die Arbeiten an einigen der beliebtesten Serien wie „Stranger Things“ wieder begonnen. Trotzdem werde es gerade von solchen wichtigen Titeln im ersten Halbjahr 2021 weniger neue Staffeln geben als im zweiten.

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