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Skandal um falsche Konten : Wells Fargo-Chef tritt zurück

  • Aktualisiert am

Wollte von nichts gewusst haben: Wells Fargo-Chef John Stumpf. Bild: Reuters

Mitarbeiter seiner Bank sollen zwei Millionen Konten eingerichtet haben, die ihre Kunden weder gebraucht noch angefordert haben. Jetzt ist Wells Fargo-Chef John Stumpf zurückgetreten.

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          Nach dem Skandal um dubiose Verkaufspraktiken und Geisterkonten bei der amerikanischen Großbank Wells Fargo räumt Bankenchef John Stumpf seinen Posten. Er erklärte: „Ich habe entschieden, dass es das beste für das Unternehmen ist, wenn ich Platz mache.“

          Stumpf war wegen des Skandals massiv unter Druck geraten. Wells-Fargo-Mitarbeiter sollen Kunden zu kostspieligen Finanzprodukten überredet haben, die diese weder angefordert noch gebraucht haben. Die Banker wollten offenbar ehrgeizige Verkaufsziele erreichen. Insgesamt richteten sie mehr als zwei Millionen falscher Konten ein.

          Zum Nachfolger an der Vorstandsspitze des Bankhauses wurde Tim Sloan ernannt, der bislang für das Tagesgeschäft verantwortlich war. Stumpf gibt auch sein Amt als Vorsitzender (Chairman) des Verwaltungsrats ab.

          Wells Fargo akzeptierte im Rahmen eines Vergleichs mit amerikanischen Behörden bereits eine Strafe von 185 Millionen Dollar (rund 167 Mio Euro). Weitere fünf Millionen Dollar sollen an geschädigte Kunden fließen. Tausende Angestellte wurden wegen der Affäre gefeuert. Die Sache scheint aber noch nicht ausgestanden. Experten rechnen mit weiteren Strafen, auch die Justiz soll wegen möglicher strafrechtlicher Vergehen ermitteln.

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