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Autobauer : Wettlauf um den Elektroantrieb

Alles auf Brennstoffzellenautos? Während VW-Chef Diess voll auf Batterie-Autos setzt, scheint Bosch eine andere Strategie zu verfolgen. Bild: Polaris/laif

Alle reden von Elektroautos und meinen meist Batterie-Autos. Doch plötzlich engagiert sich Bosch als größter Zulieferer für die Brennstoffzellentechnik. Das Rennen um den Fahrzeugantrieb der Zukunft geht anscheinend erst jetzt so richtig los.

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          Der Fortschritt ist kaum sichtbar. Nur die Aufschrift „Mit Wasserstoff in die Zukunft fahren“ deutet darauf hin, dass der Mercedes-Bus, der neuerdings auf den Regionallinien 671 und X71 zwischen dem Darmstädter Hauptbahnhof und den Orten Wiebelsbach und Babenhausen verkehrt, etwas Besonderes ist: ein Bus mit Brennstoffzellenantrieb. Wer einsteigt, merkt den Unterschied aber sehr wohl. Wo ein Dieselbus losruckelt, kommt der Brennstoffzellenbus geschmeidiger und flinker voran. Außerdem ist der mit Wasserstoff betriebene Elektromotor viel leiser als ein Verbrenner. Entsprechend stolz ist der Betreiber, der Rhein-Main-Verkehrsverbund. Zum ersten Mal überhaupt in Hessen fahre ein solcher Bus im regulären Betrieb. Das Ziel sei es, die innovative und spannende Brennstoffzellentechnik zu erproben, um vielleicht künftig die Umweltbelastung durch den öffentlichen Nahverkehr zu senken.

          Susanne Preuß
          Wirtschaftskorrespondentin in Stuttgart.
          Martin Gropp
          Redakteur in der Wirtschaft.

          Wieder einmal ein Pilotprojekt für alternative Antriebe: Das hört sich schick an und pionierhaft, so als dauerte es noch ewig, bis emissionsfreie Busse ihren Beitrag zu sauberer Stadtluft leisten. Aber so ist es nicht, und so darf es aus Sicht der Hersteller auch nicht sein. Nicht nur für die Autoflotten gibt es strenge Kohlendioxid-Grenzwerte, auch die Nutzfahrzeug-Branche muss schnell klimafreundlicher werden. Die Kommunen sind von der Europäischen Union ebenfalls in die Pflicht genommen. Vom Jahr 2021 an soll ein Teil der Neuanschaffungen von Fahrzeugen „sauber“ sein, zunehmend auch tatsächlich emissionsfrei. Einfach einen Bus bei Daimler zu bestellen funktioniert aber noch nicht. Von dort stammt zwar das auf Linie 671 eingesetzte Fahrzeug, eine Serienproduktion von Wasserstoffbussen aber gibt es nicht. Elektrobusse mit Batterie-Antrieb wiederum, die es von verschiedenen Herstellern gibt, haben nur eine geringe Reichweite. Die Branche sei in einem „verlängerten Experimentierstadium“, spottet Martin Burkart vom Verband Baden-Württembergischer Omnibusunternehmer.

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