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Stephan Weil : Landesvater zwischen Volkswagen und Corona-Krise

  • -Aktualisiert am

Stephan Weil Bild: dpa

Niedersachsens Ministerpräsident Weil hat Unauffälligkeit und Bescheidenheit zu seinem Markenkern gemacht. Auch in der Führungskrise von VW nimmt er eine Schlüsselposition ein – ein schwieriger Balanceakt.

          3 Min.

          Niedersachsens Ministerpräsident Stephan Weil dürfte fast schon daran gewöhnt sein, dass es im Volkswagen-Konzern immer dann knallt, wenn es gerade am wenigsten passt. Der 62 Jahre alte Sozialdemokrat sitzt qua Amt im Aufsichtsrat des größten deutschen Industriekonzerns, der seinen Hauptsitz im östlich von Hannover gelegenen Wolfsburg hat und an dessen Aktien das Land beteiligt ist. Im Jahr 2015, als die Flüchtlingskrise begann, brach im Konzern der Dieselskandal aus. Jetzt rollt die vierte Corona-Welle, in Berlin läuft die Regierungsbildung auf Hochtouren, und in Wolfsburg tobt seit Wochen eine neue Führungskrise.

          Nachdem VW-Chef Herbert Diess mit Rechenspielen über einen Abbau von bis zu 30.000 Arbeitsplätzen für Aufsehen gesorgt hatte, steht sein Verbleib an der Konzernspitze infrage. Die Arbeitnehmerbank um den mächtigen Konzernbetriebsrat sprach Diess ihr Misstrauen aus. Auch Weil war aufgebracht über die abermalige Provokation des Managers, der schon vergangenes Jahr nach einem Streit nur knapp um den Rauswurf herumgekommen war. Ein Vermittlungsausschuss sucht seither nach Lösungen, aber selbst nach tagelangen Krisengesprächen war am Dienstag noch immer nicht klar, wie es an der Konzernspitze weitergeht. Weil, ein Jurist, der Unauffälligkeit und Bescheidenheit gegenüber den Wählern zum Markenzeichen gemacht hat, kommt in dem Konflikt eine Schlüsselposition zu.

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