https://www.faz.net/-gqe-9hxce

Weitere Vorwürfe : Carlos Ghosn bleibt doch in Haft

  • Aktualisiert am

Fußgänger schauen auf einen Bildschirm, auf dem Carlos Ghosn abgebildet ist. Bild: EPA

Carlos Ghosn stand kurz vor der Entlassung aus der Untersuchungshaft. Jetzt wurden neue Vorwürfe erhoben. Dennoch könnte er vor Weihnachten freikommen. In seiner Zelle hat der Automanager nicht viel Platz.

          Die Hoffnungen des in Japan inhaftierten Automanagers Carlos Ghosn auf eine rasche Freilassung haben sich zerschlagen. Die Staatsanwaltschaft erwirkte Medienberichten zufolge wegen neuer Vorwürfe einen weiteren Haftbefehl gegen den 64-jährigen Renault-Chef, der lange auch den japanischen Autobauer Nissan geführt hatte. Das verlängert seine Untersuchungshaft um 48 Stunden. Die Staatsanwaltschaft wirft Ghosn nun auch vor, persönliche Verluste bei Investitionen auf Nissan übertragen zu haben.

          Erst am Donnerstag hatte ein Gericht in der Hauptstadt Tokio einen Antrag auf eine Verlängerung von Ghosns Untersuchungshaft abgelehnt. Es war erwartet worden, dass der Automanager schon am Freitag gegen Kaution auf freien Fuß kommen könnte. Der neue Haftbefehl verhindert das.

          Fünf Quadratmeter große Zelle

          Ghosn war am 19. November festgenommen worden. Seitdem sitzt der 64-Jährige in einer fünf Quadratmeter großen Einzelzelle in Untersuchungshaft. Die Ankläger erhoben erst am 10. Dezember offiziell Anklage. Sie werfen Ghosn vor, er habe in den Jahren 2010 bis 2015 ein um fünf Milliarden Yen (rund 39 Millionen Euro) zu niedriges Einkommen deklariert. Zudem soll er sich persönlich an Firmenkapital des Autobauers Nissan bereichert haben.

          Die Untersuchungshaft wurde zudem um 22 Tage verlängert, weil die Staatsanwaltschaft neue Vorwürfe erhob – Ghosn soll auch von 2015 bis 2018 Einkünfte vertuscht haben.

          Weitere Themen

          Urteil zum Töten von Küken Video-Seite öffnen

          Vorerst erlaubt : Urteil zum Töten von Küken

          Das massenhafte Töten männlicher Küken in der deutschen Geflügelwirtschaft geht vorerst weiter. Das Bundesverwaltungsgericht hat entschieden, dass die Praxis rechtmäßig bleibt, bis es Alternativen gibt.

          Topmeldungen

          Mutmaßliche Angriffe im Golf : Tanker, Lügen – und Videofilme

          Es gibt viele Deutungen der jüngsten Vorfälle im Golf von Oman. Ironischerweise gewinnt in der gegenwärtigen Krise Amerikas Position gegenüber Iran an Glaubwürdigkeit – gerade durch den Faktor Trump.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.