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Macron-Reise in Golfregion : Weitere Milliardenaufträge für Frankreichs Industrie

Emmanuel Macron in Saudi-Arabien Bild: dpa

Emmanuel Macron ist in die Golfregion gereist. Dort winken für Frankreichs Industrie Aufträge im mittleren zweistelligen Milliardenbereich. Airbus und Saudi-Arabien gründen ein Joint Venture.

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          Vertreter der französischen Wirtschaft konnten am Samstag in der Golfregion weitere Großaufträge ergattern. Als Teil der Delegation von Präsident Emmanuel Macron, der am Freitag zu einer zweitägigen Reise in die Region aufgebrochen war, unterzeichnete das in Paris ansässige Unternehmen CFM International mit saudischen Fluggesellschaften Verträge im Wert von umgerechnet rund 11 Milliarden Euro. Zum einen hat Saudi Arabian Airlines 149 sogenannte Leap-Triebwerke für seine neue Flotte an Mittelstreckenflugzeugen bestellt, als da wären 35 Airbus-Maschinen des Typs A321neo und 30 des Typs A320neo.

          Niklas Záboji
          Wirtschaftskorrespondent in Paris

          Das Volumen dieser Bestellung, das die Wartung dieser und 20 weiterer geleaster A320neo-Maschinen einschließt, beläuft sich auf etwa 7,5 Milliarden Euro. Zum anderen hat die saudische Billigfluggesellschaft Flynas einen Vertrag zur Wartung von 160 Leap-Triebwerken abgeschlossen. Er betrifft die 80 A320neo-Maschinen zählende Flotte von Flynas. Das Volumen dieser Bestellung beträgt knapp 3,5 Milliarden Euro. CFM International ist ein Gemeinschaftsunternehmen (Joint Venture), an dem der französische Triebwerkhersteller Safran und der Mischkonzern General Electric aus den USA je 50 Prozent der Anteile halten.

          Auch für Airbus war die Reise nach Saudi-Arabien von Erfolg gekrönt. So schloss der Luftfahrtkonzern mit dem saudischen Unternehmen The Helicopter Company (THC) einen Vertrag zur Lieferung von 26 zivilen Hubschraubern, darunter 20 des Typs H145 und sechs des Typs H160. Die Kaufsumme wurde nicht veröffentlicht. Für Airbus ist es die zweite Bestellung durch THC, hinter dem der saudische Staatsfonds steht und der im Königreich ein Monopol für gewerbliche Helikopterflüge hat. So wurde im August 2020 ein Vertrag zur Lieferung von zehn Hubschraubern des Typs H125 geschlossen, was unter anderem den Zugang zu inländischen Tourismuszielen verbessern soll.

          Zudem traf Airbus am Samstag eine Vereinbarung zur Gründung eines Joint Ventures mit der staatlichen Rüstungsholding Saudi Arabian Military Industries, kurz Sami. Ziel ist die Zusammenarbeit in der militärischen Luftfahrt. Airbus soll dabei 49 Prozent, Sami 51 Prozent der Anteile halten. Als Sitz des Joint Ventures ist die saudische Hauptstadt Riad vorgesehen. Im ersten Quartal 2022 soll es seine Arbeit aufnehmen.

          Ebenfalls enger mit Saudi-Arabien zusammen rückt der französische Umweltkonzern Veolia. Er unterzeichnete unter anderem eine „strategische Partnerschaftsvereinbarung“ mit dem saudischen Investitionsministerium, was auf die Verbesserung der Wasserwirtschaft abzielt. So sollen die Franzosen Saudi-Arabien beim Transport von entsalztem Meerwasser in die größeren Städte und den staatlichen Ölriesen Saudi Aramco bei der Beseitigung von Giftmüll beraten. Für Veolia, Weltmarktführer auf dem Gebiet der Entsorgung, sind die Verträge Teil der Expansion in die Region.

          Dank der zweitägigen Reise in die Golfstaaten winken für Frankreichs Industrie insgesamt zusätzliche Aufträge im mittleren zweistelligen Milliardenbereich. Am Freitag hatten die Vereinigten Arabischen Emirate ihre Unterschrift unter die Bestellung von 80 Kampfflugzeugen des Typs Rafale und zwölf Airbus-Militärhubschraubern des Typs Caracal gesetzt.

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