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Weihnachtsgebäck-Verkauf : Alle Jahre wieder Lebkuchen im August

  • Aktualisiert am

Weihnachtsgebäck im August: Viele ärgert’s Bild: dpa

Es ist bald September. Die Händler räumen Lebkuchen und Spekulatius in die Regale. Und wie immer gibt es Kunden, die das fürchterlich ärgert. Eine Österreicherin womöglich so sehr, dass sie ein Lebkuchenregal anzündete.

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          Die Einzelhändler beginnen damit, ihre Verkaufsflächen für die Weihnachtssaison vorzubereiten. Während der Discounter Lidl noch darüber nachdenkt, mit einer eigenen Eisproduktion die Vorräte für den sommerlichen Appetit seiner Kunden sicherzustellen, kommt in den Läden vier Monate vor dem Fest das erste Weihnachtsgebäck in die Regale. Dieser Tage, rund um den meteorologischen Herbstanfang, beginnt in ganz Deutschland die Saison für Lebkuchen, Spekulatius und Zimtsterne.

          Zwar brechen jeden Spätsommer aufs Neue Diskussionen los, ob ein Weihnachts-Süßwarenverkauf bei mehr als 30 Grad Außentemperatur wirklich sinnvoll ist. Es gibt regelrechte Lebkuchen-Frühverkaufs-Gegner, die alljährlich ihrem Ärger in den sozialen Netzwerken Luft machen, wenn die Weihnachtswaren wieder im Supermarkt auftauchen. Eine 76 Jahre alte Frau hat sogar gestern in Wien einen Lebkuchen-Aufsteller in einem Supermarkt angezündet, wie der ORF berichtet. Allerdings hat sie sich zu ihren genauen Motiven nicht geäußert.

          Trotzdem kommt das Angebot nicht von ungefähr. Es gebe schon zu einem so frühen Zeitpunkt eine Nachfrage nach diesen Produkten, sagte der Deutschland-Chef des Herstellers Bahlsen, Michael Hähnel, am Freitag bei einem Werksbesuch in Berlin-Tempelhof.

          Im alten Nürnberg durchaus kein Weihnachtsgebäck

          Auch die Geschichte des Lebkuchens spricht für einen Verkaufszeitpunkt schon früh im Jahr. Waren doch die ersten Lebkuchen im alten Nürnberg durchaus kein Weihnachtsgebäck, sondern wurden ganzjährig verspeist. Erst im 30-jährigen Krieg, als die Zutaten knapper wurden, begann die Tradition, Lebkuchen nur noch zum besonderen Anlass der Adventszeit auf den Tisch zu bringen.

          Rechnet man neben Lebkuchen auch Spekulatius, Zimtsterne, Vanillekipferl und sonstige Plätzchen hinzu, produzierten die deutschen Hersteller im vergangenen Jahr insgesamt 82.000 Tonnen Herbstgebäck. „Wir rechnen für das Jahr 2015 mit einem stagnierenden Markt“, fügte Hähnel hinzu. Bahlsen wolle seinen Marktanteil erhöhen, der nach Berechnungen des Marktforschers Nielsen 2014 bei 4,8 Prozent lag.

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