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Weight Watchers : Wellness statt Wiegen

  • Aktualisiert am

Oprah Winfrey bei einem WeightWatchers-Lunch im März 2018 in Santa Barbara Bild: Picture-Alliance

Mit einer neuen Strategie will Weight Watchers sein Geschäft für das Zeitalter von Social Media, Smart Watches und Wohlfühlkult rüsten – inklusive neuem Namen.

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          Kaum eine andere Firma steht so sehr für den Kampf gegen überschüssige Pfunde wie Weight Watchers. Am Montag verkündete die amerikanische Firma jedoch eine Abkehr vom puren Fokus aufs Abnehmen – stattdessen soll das Unternehmen zum Wellness-Anbieter werden, wie Chefin Mindy Grossman mitteilte. Während das Angebot größer wird, wird der Name kürzer: Weight Watchers heißt künftig nur noch WW.

          „Wir haben uns immer dazu verpflichtet gefühlt, das beste Programm zum Gewichtsmanagement anzubieten“, erklärte Grossman. Nun wolle der Konzern sein Angebot breiter aufstellen: „Ob Gewichtsreduzierung, gesunde Ernährung, mehr Bewegung, eine positive Einstellung oder gar alles zusammen“. Die Talkshow-Legende Oprah Winfrey, seit 2015 Anteilseignerin der Abnehm-Firma, ergänzte: „Die Rolle, die WW im Leben von Menschen spielen kann, geht über eine Anzeige auf einer Waage hinaus“.

          Mehr als 50 Jahre verdiente Weight Watchers mit Abnehmplänen, Gruppentreffen und dem Verkauf von Lebensmitteln Milliarden. Abnehmende Kundenzahlen, Umsätze und Gewinne machten 2015 aber einen Neubeginn nötig, der mit einem neuen Management gelang. Die Zahl der Kunden weltweit stieg zwischen Juli 2017 und Juni 2018 um gut ein Viertel auf 4,5 Millionen. Allein in Deutschland hat Weight Watchers mehr als eine halbe Million Kunden.

          Wellness-Angebote als Belohnung

          Der Aufschwung kam vor allem aus dem Internet. Der größte Teil der Kunden geht heute nicht mehr zu den wöchentlichen Treffen, sondern nutzt Weight Watchers ausschließlich online. Diesen Trend Richtung Netz will WW weiter vorantreiben. Dort hat das Unternehmen aber eine starke Konkurrenz durch andere Abnehm- und Fitnessangebote.

          Deutschlandchef Christian Kleine sagte: „Mit der Erweiterung unseres Angebotes gehen wir stärker auf die individuellen Bedürfnisse eines jeden Teilnehmers ein“. WW könne dabei mit wissenschaftlichen Erkenntnissen und neuen technischen Funktionen punkten.

          WW will unter anderem ab dem ersten Quartal 2019 ein Bonusprogramm anbieten, das Kunden für das Aufzeichnen von Gewicht, Essen oder die Teilnahme an Workshops belohnt. Kunden können die Punkte gegen Produkte und Wellness-Angebote von WW eintauschen.

          Keine Preiserhöhung geplant

          Außerdem stattet das Unternehmen seine Smartphone-App mit neuen Funktionen aus. So sollen sich künftig Gleichgesinnte leichter über die App verbinden können, je nach gemeinsamen Essgewohnheiten oder Hobbies etwa. Desweiteren kooperiert WW künftig mit Headspace, einem Anbieter für Meditation.

          WW startet zudem ab sofort Anwendungen für die Sprachassistenten von Google und Amazon. Durch Sprachbefehle können die Nutzer Informationen zu einzelnen Mahlzeiten, Rezepten und ihrem persönlichen Fortschritt abrufen und aktualisieren. Schließlich sollen ab Januar 2019 alle weltweit von WW angebotenen Produkte frei von künstlichen Süßstoffen, Geschmacksverstärkern, Farbzusätzen oder Konservierungsstoffen sein.

          Den Körperkult in sozialen Medien wie Instagram, den Weight Watchers lange selbst durch Vorher-Nachher-Bilder seiner Kunden befeuerte, will das Unternehmen nicht mehr mitmachen. „Da wir uns nicht mehr ausschließlich auf Gewichtsmanagement reduzieren, gewinnen andere Aspekte für unsere Teilnehmer an Bedeutung“, erklärte Deutschlandchef Kleine.

          Beibehalten will WW hingegen die wöchentlichen Treffen, die künftig „Wellness Workshops“ heißen. Eine Preiserhöhung steht laut WW nicht im Raum. Alle bestehenden Preise seien weiterhin gültig.

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