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Wegen Rechtsstreitigkeiten : Deutsche Bank setzt Skandalbeauftragten ein

  • Aktualisiert am

Die Deutsche Bank ist in unzählige Rechtsstreitereien verwickelt. Bild: REUTERS

Die Deutsche Bank ist in unzählige Rechtsstreits rund um die Welt verwickelt. Nun schafft sie einen neuen Posten: Ein Unternehmensberater soll sich darum kümmern, dass weniger Skandale passieren.

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          Nach zahlreichen Skandalen in den vergangenen Jahren soll jetzt ein Sonderbeauftragter in der Deutschen Bank für Ordnung sorgen. Thomas Poppensieker, der bisher für die Unternehmensberatung Mc Kinsey arbeitet, werde die neu geschaffene Kontrolleurs-Position Anfang des kommenden Jahres übernehmen, teilte Deutschlands größtes Geldhaus mit. Der 43 Jahre alte Poppensieker soll die verschiedenen Abteilungen der Deutschen Bank koordinieren und einheitliche Standards durchsetzen.

          Poppensieker, der den Bankchefs Jürgen Fitschen und Anshu Jain direkt unterstellt sein wird, hilft Finanzinstituten seit Jahren, Risikomanagement- und Kontrollprojekte durchzusetzen. Zudem beriet er die Europäische Kommission dabei, strengere Regeln für die Finanzbranche einzuführen.

          Die Deutsche Bank, die auf der ganzen Welt - besonders auch in den Vereinigten Staaten - in zahlreiche Rechtsstreitigkeiten verwickelt ist, hat sich schon im vergangenen Jahr vorgenommen, ihre Kontrollsysteme zu stärken. Im April hat sie die Corporate-Governance-Spezialistin Daniela Weber-Rey geholt, damit sie den Vorstand beraten kann.

          Gerade erst hat die EU-Kommission der Deutschen Bank im Skandal um Zinsmanipulationen eine Rekordzahlung in Höhe von 725 Millionen Euro aufgebrummt. Strafen im Umfang von insgesamt mehreren Milliarden Euro könnten noch folgen. Zu einer Strafe verurteilt worden ist die Bank beispielsweise schon im Verfahren mit den Erben des verstorbenen Medienunternehmers Leo Kirch - die Höhe steht noch nicht fest. Die Bank hat bereits mehr als 4 Milliarden Euro zurückgelegt für juristischen Krach und mögliche Strafen.

          Aktuellster Fall für neuen Ärger sind einem Bericht der „New York Times“ zufolge Ermittlungen der amerikanischen Finanzaufsicht SEC. Demnach haben die Deutsche Bank und andere führende Wall Street-Häuser möglicherweise Angehörige chinesischer Regionalregenten angestellt, um so an Aufträge in der Volksrepublik zu kommen. Die SEC prüfe nun, ob damit gegen das Antikorruptionsgesetz verstoßen worden sei.

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