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Wegen hoher Spritpreise : Autofahrer nehmen den Zug

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Die Bahn verzeichnet im ICE-Verkehr einen Zuwachs von 3,1 Prozent Bild: ddp

Die Benzinpreise sind so hoch wie nie. Das ärgert den Autofahrer. Und freut die Deutsche Bahn, denn immer mehr Leute steigen vom Auto in die Bahn um. Für den Güterverkehr bleibt jedoch der Lastwagen der Favorit.

          Wegen der hohen Spritpreise steigen immer mehr Autofahrer auf die Bahn um. In den ersten vier Monaten des Jahres sei die Zahl der Fahrgäste um 20 Millionen oder 2,3 Prozent auf 888 Millionen gestiegen, teilte die Deutsche Bahn mit. Besonders spürbar fiel der Zuwachs mit 3,1 Prozent im ICE-Fernverkehr aus. Damit kann das Unternehmen seine Probleme mit der ungenügenden Auslastung der Fernzüge mildern.

          Bahn-Chef Hartmut Mehdorn sagte in Frankfurt, die steigenden Energiekosten belasteten die Bahn weniger als die Wettbewerber Auto und Flugzeug. Das eröffne dem Unternehmen die Chance, neue Kunden zu gewinnen. Bahn-Vorstand Otto Wiesheu äußerte die Erwartung, dass die Bahn wegen der Benzinpreise in diesem Jahr weitere Marktanteile gewinnen werde. Er bekräftigte die Versicherung Mehdorns, die Bahn plane derzeit keine Preissteigerungen. Im vergangenen Jahr hatte der Konzern zweimal die Tarife unter Hinweis auf gestiegene Energiepreise erhöht.

          Bahn-Konkurrenten legen zu

          Vom Wechsel des Verkehrsmittels profitieren die Wettbewerber auf der Schiene derweil noch deutlicher als die Bahn selbst, wie der Wettbewerbsbeauftragte des Konzerns, Joachim Fried, erläuterte. Nach seinen Angaben wuchs der Schienenverkehr in Deutschland 2007 insgesamt um 0,4 Prozent auf einen Marktanteil von 9,5 Prozent. Die Verkehrsleistung der Deutschen Bahn sei dabei stabil geblieben, die Konkurrenten hätten um 8,2 Prozent zugelegt. Im Regionalverkehr habe die Bahn ihre Verkehrsleistung um 0,8 Prozent erhöht, die Wettbewerber um 7,5 Prozent.

          Deren Marktanteil im Regionalverkehr ist inzwischen auf 16,3 Prozent gestiegen. Deutlich stärker als im Personennahverkehr nahm die Bedeutung der Konkurrenten im Güterverkehr zu; sie erreichen nach einem Zuwachs um 28 Prozent im vergangenen Jahr nun einen Marktanteil von 19,7 Prozent. Insgesamt wurden in Deutschland 17,3 Prozent der Güter über die Schiene transportiert. Der Lastwagen konnte seine Position als mit Abstand beliebtestes Güterverkehrsmittel auch wegen des Lokführerstreiks 2007 abermals verbessern.

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