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Wegen Funden aus der letzten Durchsuchung : Neue Razzia bei der Deutschen Bank

  • Aktualisiert am

Bewölkter Himmel über der Deutschen Bank. Bild: dapd

Dieses Mal geht es um den Streit mit Leo Kirch: Eine Woche nach der letzten Razzia haben wieder Staatsanwälte die Büros der Deutschen Bank durchsucht. Die Bankmitarbeiter, die noch in Untersuchungshaft waren, sollen heute entlassen werden.

          Neue Woche, neue Razzia: Abermals haben Strafverfolger Büros der Deutschen Bank durchsucht. Eine Woche nach der Frankfurter Staatsanwaltschaft haben nun die Münchener Strafverfolger die Zentrale des größten deutschen Geldhauses durchsucht.

          Dabei geht es um den bereits seit mehr als einem Jahr bekannten Vorwurf des Prozessbetrugs gegen ehemalige Vorstände des Instituts - im Rahmen des Rechtsstreits mit der Familie des verstorbenen Medienunternehmers Leo Kirch. Das Oberlandesgericht München hatte die Bank Ende vergangener Woche im Kirch-Verfahren grundsätzlich zu Schadenersatz verurteilt. Die Höhe soll in einem Gutachten ermittelt werden.

          Diesmal keine Festnahmen

          Die Kirch-Erben werfen dem Institut vor, für den Zusammenbruch des Medienimperiums vor zehn Jahren verantwortlich zu sein. Ex-Chef Breuer hatte damals in einem Interview Zweifel an der Kreditwürdigkeit Kirchs geäußert. Seither überzieht die Familie die Bank mit Klagen. Daneben muss sich das Institut weltweit mit Rechtsstreitigkeiten auseinandersetzen. Experten erwarten deswegen Sonderlasten in Milliardenhöhe.

          Die Beamten hätten Materialien beschlagnahmt, aber keine Personen festgenommen, sagte ein Sprecher der Staatsanwaltschaft am Donnerstag. Die Bank bestätigte die Durchsuchungsaktion. Sie wies den Vorwurf, der sich unter anderem gegen die ehemaligen Vorstandsvorsitzenden Rolf Breuer und Josef Ackermann richtet, abermals zurück.

          Durchsuchung kleiner als die vorige

          Beobachtern zufolge war diese Durchsuchung deutlich kleiner als vor einer Woche, als rund 500 Polizisten Gebäude der Bank filzten. Da ging es um den Vorwurf des Steuerbetrugs im Zusammenhang mit dem Handel von CO2-Verschmutzungsrechten. Fünf Mitarbeiter der Bank wurden festgenommen, wovon drei derzeit noch in Haft sind. Sie sollten im Lauf des Tages entlassen werden, sagte der Sprecher der Frankfurter Generalstaatsanwaltschaft, Günter Wittig. Der Haftgrund der Verdunklungsgefahr sei entfallen.

          Das könnte bedeuten, dass die Ermittler alle Beweise gesichert haben. Denkbar ist auch eine umfassende Aussage des Beschuldigten. Ursprünglich waren gegen fünf Mitarbeiter des Instituts Haftbefehle wegen des Verdachts der Geldwäsche beziehungsweise der versuchten Strafvereitelung ergangen. Zudem wird in dem Zusammenhang gegen Co-Vorstandschef Jürgen Fitschen und Finanzchef Stefan Krause wegen Steuerhinterziehung ermittelt.

          Bei dieser Durchsuchung ging es um den seit zehn Jahren laufenden Prozess der Kirch-Familie gegen die Deutsche Bank. Die Staatsanwaltschaft wirft vier ehemaligen Vorständen der Bank vor, in dem Prozess die Unwahrheit gesagt zu haben. In den vergangenen Wochen seien neue Erkenntnisse aufgetaucht, die zu der Durchsuchung geführt hätten, sagten mehrere mit der Angelegenheit vertraute Personen.

          Nach einem Bericht der „Süddeutschen Zeitung“ hing die Razzia mit der vor einer Woche zusammen. Damals seien Unterlagen beschlagnahmt worden, die auch für den Prozessbetrugsfall bedeutsam seien, meldete das Blatt.

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