https://www.faz.net/-gqe-94pxg

Berlin - München : Warum schon wieder ein ICE auf der Neubaustrecke ausfällt

  • Aktualisiert am

Modern - aber fährt nicht. Ein ICE auf der Strecke zwischen Berlin und München Bild: St/POOL/EPA-EFE/REX/Shutterstock

Auch am Dienstag lässt die Deutsche Bahn ihre Passagiere am Bahnsteig stehen. Die Pannen auf der Neubaustrecke haben ein System: Es heißt „ETCS“.

          Nach den feierlichen Zeremonien zur Eröffnung der Bahntrasse zwischen München und Berlin im Beisein von Bundeskanzlerin Angela Merkel versagt die Deutsche Bahn auf der Schnellfahrstrecke Passagieren weiterhin ihre Dienste. Auch am Dienstagmorgen ist wieder ein Zug ausgefallen - der ICE, der um 7.38 Uhr im Berliner Hauptbahnhof hätte starten sollen, wurde nicht bereitgestellt. Grund sei eine technische Störung an dem eingeplanten Zug gewesen, sagte eine Sprecherin der Deutschen Bahn. Der ICE habe schon aus Hamburg nicht losfahren können.

          Fünf von den ICE, die die Deutsche Bahn für die Neubaustrecke ausgerüstet hat, musste die Bahn wegen technischer Mängel aus dem Verkehr ziehen, berichtete die „Süddeutsche Zeitung“. Nach dem Zugausfall am Montag handelten sich weitere Züge im Verlauf des Tages mehrstündige Verspätungen ein.

          Das neue ECTS könnte ein Grund für die Störungen sein

          Von einer angespannten Betriebslage soll bei der Bahn die Rede gewesen sein. Der Zughersteller Alstom habe eine „Task-Force“ gebildet, um die ICE zu überprüfen. Alstom hatte die Hochgeschwindigkeitszüge technisch mit dem auf der Strecke zum ersten Mal eingeführten automatischen „European Train Control System“ (ETCS) ausgerüstet, heißt es in dem Bericht.

          Das digitale ETCS soll eigentlich zu erheblichen Effizienzen in der Bahnlogistik führen, die Bahn setzt große Hoffnungen in das System. Fehlermeldungen dieses Systems, in dem Sensoren an den Gleisen mit den Zügen kommunizieren, könnten aber nun unter anderem Grund für die Störungen in dem betrieblichen Ablauf sein.

          Schon am Montag war die gleiche Verbindung mit am Dienstagmorgen ausgefallen. Der ICE hatte als Folge einer Verspätung am Vortag nicht abfahrbereit am Bahnhof gestanden.

          Auf der neuen Verbindung von Berlin nach München brauchen die Züge fahrplanmäßig nun vier bis viereinhalb Stunden statt bisher sechs. Seit Sonntag fahren die Züge auf der Strecke regulär.

          Weitere Themen

          Die verspekulierte Stadt

          FAZ Plus Artikel: Bodenspekulationen in Berlin : Die verspekulierte Stadt

          In Berlin sollte eine Modellstadt entstehen – das Projekt scheitert. Reiche Familien aus China, Geldwäscher aus Italien und Investoren aus Amerika machen Geld mit Berliner Boden. Die Beteiligten sind frustriert – auch über die deutsche Politik.

          Wo unsere Smartphones herkommen Video-Seite öffnen

          Von Afrika über China zu uns : Wo unsere Smartphones herkommen

          Wir benutzen sie jeden Tag, doch wir fragen uns selten, wo sie herkommen: Der Weg eines Smartphones beginnt in Afrika und Südamerika und führt zu riesigen Fabriken in China. Unsere Grafik nimmt Sie mit auf die Reise.

          Topmeldungen

          Ralph Brinkhaus, Vorsitzender der CDU/CSU-Bundestagsfraktion, steht zu Beginn der Plenarsitzung im Deutschen Bundestag und telefoniert.

          Bundestag gegen Bots : Keine Debatte mit Robotern

          Deutschland steht 2019 ein Superwahljahr bevor. Der CDU-Fraktionsvorsitzende Ralph Brinkhaus schlägt Alarm und stellt gesetzliche Regeln gegen „Social Bots“ in Aussicht.

          Protest in Frankreich : Der wahre Preis der Dinge

          Dass viele Franzosen sich das Recht auf den Aufstand nehmen, ist klar. Aber geht es nur um die Wut der Verlierer aus der Provinz – oder um die erste „liberale Revolution“?

          FAZ Plus Artikel: Bodenspekulationen in Berlin : Die verspekulierte Stadt

          In Berlin sollte eine Modellstadt entstehen – das Projekt scheitert. Reiche Familien aus China, Geldwäscher aus Italien und Investoren aus Amerika machen Geld mit Berliner Boden. Die Beteiligten sind frustriert – auch über die deutsche Politik.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.