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Wegen EEG-Umlage : Bahnchef droht zehn Prozent höhere Preis an

Bahnchef Rüdiger Grube Bild: dpa

Die Deutsche Bahn ist von der EEG-Umlage fast vollständig befreit. Die Europäische Kommission hat dagegen ein Verfahren eingeleitet. Jetzt droht Bahnchef Rüdiger Grube mit Preiserhöhungen um zehn Prozent.

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          Der Vorstandsvorsitzende der Deutschen Bahn, Rüdiger Grube, hat vor drastischen Ticketpreiserhöhungen um zehn  Prozent gewarnt, falls die Bundesregierung die  Ausnahmeregelung für die EEG-Umlage abschaffen sollte. „Wenn die Bahn künftig die volle Umlage zahlen muss, kommen Ausgaben von ungefähr 500 Millionen Euro auf uns zu“, sagte Grube am Dienstagabend auf einer Veranstaltung des Deutschen Verkehrsforums in Berlin. „Die zusätzliche Belastung würde sich auf die Fahrpreise mit einer Erhöhung von um die zehn Prozent niederschlagen.“

          Kerstin Schwenn

          Wirtschaftskorrespondentin in Berlin.

          Die Bahn genießt derzeit wie andere energieintensive Unternehmen eine fast vollständige Befreiung von der Umlage nach dem Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG). Sie zahlt 0,05 Cent Ökostrom-Umlage je Kilowattstunde, andere Unternehmen zahlen 6,24 Cent. Die Europäische Kommission hat dagegen aber ein Verfahren eingeleitet, weil sie wettbewerbsverzerrende Subventionen vermutet. Dies könnte das Ende der Rabatten bedeuten.

          Grube: EU diskutiert „über Schnickschnack“

          Grube warnte auch vor der geplanten Regulierung im Vierten Eisenbahnpaket der EU-Kommission. „Das verfolgt uns Tag und Nacht“, sagte er. Die Bahn befürchtet auch durch eine verschärfte Regulierung Mehrkosten in dreistelliger Millionenhöhe. In der EU würden Diskussionen „über Schnickschnack“ geführt, die wichtigen Dinge würden aber nicht umgesetzt, kritisierte Grube.

          So sei es mit dem Wettbewerb in anderen EU-Staaten nicht weit her: Während die Bahn in Deutschland Konkurrenten habe, die 30 Prozent niedrige Löhne zahlten, bekomme sie selbst anderswo nicht mal Ausschreibungsunterlagen zu sehen. Unterdessen bleibt ungewiss, ob sich die Bahnkunden auf einen Lokführerstreik einstellen müssen. Die Gewerkschaft GDL will sich an diesem Donnerstag zum Angebot der Bahn äußern.

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