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Karitativ in der Krise : Milliarden gegen Corona vom Twitter-Chef

Will mit viel Geld viel Gutes tun: Twitter-Chef Jack Dorsey Bild: dpa

Jack Dorsey ist einer der Mitgründer von Twitter und leitet das Unternehmen. Bislang ist er nicht als Wohltäter aufgefallen, doch jetzt finanziert er mit Aktien im Wert von einer Milliarde Dollar eine Hilfsorganisation. Das entspricht einem Viertel seines Vermögens.

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          Jack Dorsey gehört zu den prominentesten Figuren in der amerikanischen Technologiebranche. Er führt gleich zwei Unternehmen, den Kurznachrichtendienst Twitter und die Bezahlplattform Square. Anders als etwa Mark Zuckerberg, der Vorstandschef des sozialen Netzwerks Facebook, ist Dorsey bislang in der Öffentlichkeit nicht allzu sehr mit karitativem Engagement aufgefallen. Das ändert er jetzt auf spektakuläre Weise: Er hat angekündigt, Square-Aktien im Wert von einer Milliarde Dollar in eine wohltätige Organisation namens „Start Small“ zu transferieren, die zunächst Projekte rund um die Corona-Krise unterstützen soll. Wie Dorsey sagte, entspricht der Betrag 28 Prozent seines Vermögens, und er greift auf Square-Aktien zurück, weil er an dem Bezahldienst einen wertvolleren Anteil hält als an Twitter.

          Roland Lindner

          Wirtschaftskorrespondent in New York.

          Wenn die Pandemie vorbei ist, soll sich Start Small auch auf anderen Gebieten engagieren, darunter die Ausbildung und Gesundheit von Mädchen sowie bedingungsloses Grundeinkommen, laut Dorsey „eine großartige Idee, mit der experimentiert werden muss“. Das erste Corona-Projekt, das er unterstützt, heißt „America’s Food Fund“, eine vom Schauspieler Leonardo DiCaprio und Laurene Powell Jobs, der Witwe des Apple-Mitgründers Steve Jobs, ins Leben gerufene Initiative, die Essen an Bedürftige bereitstellen soll. Dafür gibt Dorsey 100.000 Dollar.

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          Der 43 Jahre alte Chef von Twitter und Square ist nicht der einzige Multimilliardär, der größere Summen für den Kampf gegen das Coronavirus und die dadurch verursachte Erkrankung Covid-19 bereitstellt. Die vom Microsoft-Mitgründer Bill Gates und seiner Frau Melinda geführte wohltätige Stiftung hat 100 Millionen Dollar versprochen, das Geld soll unter anderem in die Entwicklung von Medikamenten zur Behandlung von Covid-19 fließen. Gates hat auch gerade gesagt, seine Stiftung wolle mehrere Milliarden Dollar für die Produktion potentieller Impfstoffe gegen das Virus geben. Amazon-Vorstandschef Jeff Bezos, der reichste Mensch der Welt, will 100 Millionen Dollar an gemeinnützige Tafeln geben, um Amerikaner in Not mit Lebensmitteln zu versorgen. Dorseys Spende sticht hervor, weil sie mehr als ein Viertel seines Vermögens umfasst. Wobei er darauf hinwies, dass dies nicht seine erste wohltätige Aktion sei. Er habe in der Vergangenheit schon 40 Millionen Dollar gespendet, meist aber anonym.

          Dorsey ist die zentrale Figur in der Geschichte von Twitter. Er war einer der Mitgründer, 2006 verschickte er den ersten „Tweet“ und gab damit den offiziellen Startschuss für die Plattform. Er hat Twitter in den ersten Jahren geführt, wurde zwischenzeitlich aus dem Unternehmen gedrängt, seit 2015 steht er wieder an der Spitze. Sein Zweitunternehmen Square entstand 2009. Dorsey musste sich kürzlich mit einer Kampagne des gefürchteten Hedgefonds Elliott Management auseinandersetzen, der auf einen Führungswechsel bei Twitter drängte. Der Investor ließ sich dann aber auf eine Vereinbarung ein, die ihm zwar Einfluss sichert, aber Dorsey auf seinem Posten belässt.

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