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Unternehmer Adrian Gasser : Kämpfer für eine unabhängige Schweizer Justiz

  • -Aktualisiert am

Adrian Gasser Bild: picture alliance/KEYSTONE

Allein gegen alle: Adrian Gasser will die Schweizer Justiz von ihren politischen Fesseln befreien. Dazu hat der Unternehmer eine Volksinitiative lanciert – und selbst bezahlt.

          5 Min.

          Wer Adrian Gasser zum Gespräch trifft, muss sich darauf gefasst machen, selbst nicht allzu oft zu Wort zu kommen. Wenn der Schweizer Unternehmer erst mal loslegt, ist er kaum noch zu bremsen. Vor allem dann, wenn es um sein Lieblingskind geht: die von ihm lancierte Volksinitiative für eine politisch unabhängige Richterwahl, über die die Schweizer an diesem Sonntag abstimmen. Bei diesem Thema gehen Gasser leicht die Pferde durch. Da sagt er Sätze wie: „Die Schweiz ist kein Rechtsstaat, sondern eine vermögende Genossenschaft, die dabei ist, den eigenen Kühlschrank leer zu fressen.“

          Gasser kann seinen Zorn über das aus seiner Sicht „korrupte System“ der Richterwahlen in der Schweiz nicht verbergen. Dass Kandidaten für die höchsten Richterstellen im Land faktisch ein Parteibuch haben müssen und vom Parlament gewählt werden und dass sie nach erfolgter Wahl einen Teil ihres Gehalts an ihre jeweiligen Parteien abtreten müssen – all das ist für ihn eine Form der Hehlerei. Das Bundesgericht in Lausanne, höchstes Gericht der Schweiz, bezeichnet Gasser wegen der institutionalisierten Verbandelung mit der Politik als den verlängerten Arm der Exekutive und der Legislative. „Dabei ist Gewaltenteilung doch die Grundlage für Freiheit, Gerechtigkeit und Demokratie“, stößt der 78-Jährige aus und legt seine hohe Stirn in Falten.

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