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„Libra“ : Was Facebook mit seiner Kryptowährung vorhat

Digitales Geld: Die virtuelle Währung Libra soll vom Jahr 2020 an verfügbar sein – in richtigen Münzen wird es sie aber nicht geben. Bild: Reuters

Konzernchef Mark Zuckerberg sorgt mit seiner digitalen Währung „Libra“ in der Finanzwelt für Unruhe. Die Vorbilder für das Projekt kommen ausgerechnet aus China.

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          Hab ein Herz“, ruft der Bettler auf der Schanghaier Donghu-Straße – und hält dem Gast auf der angrenzenden Café-Terrasse seine Hand über den Zaun. In der steckt ein Pappschild. Darauf ein QR-Code: auf dass der Gebende sein Smartphone zückt, den Code scannt, und seine Gabe auf das Wechat-Konto des Bedürftigen überweist.

          Hendrik Ankenbrand

          Wirtschaftskorrespondent für China mit Sitz in Schanghai.

          Jonas Jansen

          Wirtschaftskorrespondent in Düsseldorf.

          Roland Lindner

          Wirtschaftskorrespondent in New York.

          Das ist die digitale Realität in China, einem Land, das vor vierzig Jahren noch berüchtigt war als Armenhaus der Welt. Bezahlt wird in der Volksrepublik seit Jahren schon gefühlt vor allem virtuell, auch wenn rein statistisch der Einsatz herkömmlicher Banknoten das Smartphone als Quelle für die Begleichung von Rechnungen noch weit übersteigt. Man habe jetzt über eine Milliarde monatlich aktiver Kunden, meldete der Tencent-Konzern aus Shenzhen, Anbieter der Wechat-App, im Februar. Wechat, auf Chinesisch „weixin“, ist aus dem Leben der Chinesen nicht mehr wegzudenken. Das gilt allerdings auch für den Konkurrenten „zhifubao“, auf Englisch Alipay genannt und entwickelt von Jack Ma, dem Gründer der Internetplattform Alibaba. Letztere hat im Markt für Bezahlsysteme von sogenannten Drittanbietern die Nase vorn mit einem Anteil von 54 Prozent zum Stand Ende des vierten Quartals 2018. Wechat kam auf einen Anteil von 39 Prozent.

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