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Day-Trader Grüger im Porträt : Der disziplinierte Rendite-Jäger

Geringes Risiko und eine ruhige Hand: Der ehemalige Banker Tim Grüger, Gründer und CEO der Daytrading-Plattform Tradingfreaks. Bild: Tradingfreaks

Tim Grüger arbeitet als Day-Trader und bildet Leute aus, die es an die Börse zieht. Wir sprachen mit dem Experten darüber, was sich auf dem Aktienmarkt wirklich auszahlt: Wie investiert er? Und kann man den Markt nachhaltig schlagen?

          4 Min.

          Mitte November stufen die Analysten von Morgan Stanley die Aktie des Unternehmens Crowd­strike, das Cybersicherheitstechnologie anbietet, herunter. Vorbörslich sinkt der Kurs um vier Prozent. Eine Abwärtsbewegung, die sich auch nach der Börseneröffnung in den USA fortsetzt. Als der Kurs ein neues Tagestief erreicht, steigt Tim Grüger ein. Der Wert fällt weiter. Keine zwanzig Minuten später verkauft Grüger die Aktie wieder mit Gewinn. Ein guter Trade, sagt er, vielleicht ein bisschen zu konservatives Management.

          Melanie Mühl
          Redakteurin im Feuilleton.

          Tim Grüger ist kein Zocker. Würde der 33-Jährige wild spekulieren, wäre sein 2018 gegründetes Unternehmen TF Daytrading GmbH längst insolvent. Eine Regel, die er und sein sechsköpfiges Team aus Day-Tradern eisern befolgen, lautet: Bei jedem Trade wird nicht mehr als ein Prozent des eingesetzten Kapitals riskiert. „Unser Ziel ist es, mit sehr geringem Risiko marktphasenunabhängig pro Jahr eine Rendite von dreißig bis vierzig Prozent zu erzielen.“ Das Team aus jungen Männern sitzt vor Bildschirmen in funktional eingerichteten Räumen in der Siegburger Innenstadt, auf dem Flachbildschirm läuft Bloomberg TV ohne Ton. Keine Wolf-of-Wall-Street-Atmosphäre, kein Konfetti bei gelungenen ­Trades. Es ist ein stilles, konzentriertes Arbeiten.

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