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Rafał Brzoska : Der Paketkasten-Milliardär

Rafał Brzoska Bild: Mateusz Skwarczek / Agencja Wyborcza

Rafał Brzoska hat Polen mit seinen Paketkästen optisch geprägt – und Mut bewiesen, als er gegen die staatliche Post antrat. Nun gehört er zu den zehn reichsten Menschen des Landes. Und die Zukunft klingt vielversprechend.

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          Rafał Brzoska hat Polen neu möbliert. Zumindest den öffentlichen Raum: In dem Land mit 38 Millionen Einwohnern standen im Juni bereits 12.000 „Paczkomaty“ (Paketautomaten) herum. Jetzt sind es 15.000. Diese Metallkästen, zwei Meter hoch und in der Regel etwa sechs Meter lang, sind nicht unbedingt schön geformt, aber durch ihre helle Farbe für das Auge angenehm. Vor allem sind sie funktional. Wer zu ihnen kommt, will ein Paket (mit Hilfe des zugeschickten Zahlencodes) abholen oder eines aufgeben. Dazu muss er am Paczkomat – das neue Wort ist rechtlich geschützt – den Bildschirm bedienen; dann öffnet sich für ihn das entsprechende Paketfach.

          Gerhard Gnauck
          Politischer Korrespondent für Polen, die Ukraine, Estland, Lettland und Litauen mit Sitz in Warschau.

          Es war ein mutiger Schritt, als Brzoska diese Unternehmung 2006 startete: Polens staatliche Post gehörte damals, was die Laufzeit der Sendungen angeht, nicht zu den langsamsten in Europa. Dann kam für einige Jahre der Kurierdienst-Rausch. Heute aber, 2021, ergab eine Studie, dass 77 Prozent aller E-Commerce-Kunden in Polen InPost nutzen. 50 Prozent lassen den Kurier kommen, 24 Prozent greifen auf die Post zurück. Im ersten Halbjahr 2021 beförderte InPost in Polen 199 Millionen Sendungen. Brzoskas jüngste Prognose: In fünf Jahren werde Polen etwa 30.000 Paketautomaten haben. Als „konservative Schätzung“ fügt er hinzu, dass dann „5000 in den Händen der Konkurrenz sein werden“.

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