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Spionage-Vorwürfe : „Es gibt keinerlei Beweise gegen Huawei“

Nicht ohne Technik von Huawei: Arbeiter bauen im April eine 5G-Basisanlage am Mount Everest auf Bild: dpa

Der chinesische Telekom-Konzern Huawei kämpft mit Spionage-Vorwürfen aus Amerika und um sein Überleben. Der stellvertretende Deutschland-Chef, David Wang, spricht im Interview darüber.

          7 Min.

          Herr Wang, die amerikanische Regierung geht rund um die Welt gegen Ihr Unternehmen vor. Wie verhalten sich die Europäer aus Ihrer Sicht?

          Carsten Knop
          Alexander Armbruster

          Verantwortlicher Redakteur für Wirtschaft Online.

          Sven Astheimer

          Verantwortlicher Redakteur für die Unternehmensberichterstattung.

          Nun, hier gibt es ein grundsätzliches Vertrauen, das natürlich im Rahmen einer großen öffentlichen Debatte auf eine Probe gestellt wird. Prinzipiell gilt, dass wir hier pragmatischer behandelt werden und dass unsere Kunden, die Netzbetreiber, auch künftig mit uns arbeiten wollen. Das freut uns sehr. Außerdem sehen viele in Europa die Anti-Globalisierungs-Politik der derzeitigen amerikanischen Regierung kritisch. Wir brauchen eine regelbasierte, faire Weltwirtschaftsordnung und nicht neue Handelsmauern, die etablierte globale Wertschöpfungsketten zerstören. Wir begrüßen, dass die amerikanische Regierung nun ihren Unternehmen wieder erlaubt, mit uns gemeinsam in globalen Standardisierungsgremien zusammenzuarbeiten. Grundsätzlich sollten Standards offen, fair und nicht diskriminierend festgelegt werden und gleichzeitig die Teilnahme globaler Zulieferer, wissenschaftlicher Forschungseinrichtungen, von Branchenverbänden und anderer Akteure gefördert werden. Wir sind immer für globale Kooperation, aber dies sollte nicht nur auf die Standardisierung beschränkt bleiben, sondern die Vereinigten Staaten sollten ihren eigenen Unternehmen selbstverständlich auch wieder erlauben, uneingeschränkt Produkte und Dienstleistungen an uns zu liefern. Die Sanktionen gegen uns sind unbegründet und sollten vollständig aufgehoben werden.

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