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2400 Stellen fallen weg : Kahlschlag in der Stahlregion

Arbeiter in Angst: Der Betriebsratsvorsitzende Vilson Gegic spricht zu den Beschäftigten von Vallourec. Bild: dpa

Der französische Rohrfabrikant Vallourec schließt seine traditionsreichen Werke in Deutschland und verlagert das Geschäft nach Brasilien. Die Beschäftigten in Düsseldorf und Mülheim sind entsetzt.

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          Bis zur Betriebsversammlung am Freitag wollten sie nicht warten. Deshalb haben sich nach Gewerkschaftsangaben am Donnerstagmittag mehr als 1000 Beschäftigte aus der Früh- und Spätschicht am Werk des französischen Stahlkonzerns Vallourec in Düsseldorf versammelt, um den Protest des Betriebsrats zu unterstützen. Einen Abend vorher waren für die Mitarbeiter des Rohrfabrikanten die Befürchtungen der vergangenen Wochen bestätigt worden. Das französische Unternehmen schließt seine Standorte in Deutschland und verlagert das Geschäft mit nahtlosen Rohren für Öl- und Gasfelder nach Brasilien.

          Jonas Jansen
          Wirtschaftskorrespondent in Düsseldorf.

          Während dort das Geschäft ausgebaut und investiert wird, fallen in Düsseldorf und Mülheim an der Ruhr 2400 Arbeitsplätze weg. Bis 2023 sollen die Werke schließen. „Vallourec hat uns aufgegeben und will uns jetzt schnellstmöglich abwickeln“, sagte Vilson Gegic, der Betriebsratsvorsitzende des Werks in Düsseldorf-Rath. „Aber wir kämpfen bis zum bitteren Ende, für uns und für die Zukunft unserer Familien.“

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