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Ärger bei Softwareumstellung : Operation am offenen Herzen

Liqui-Moly-Chef Ernst Prost macht seiner Wut auf einem ungewöhnlichen Foto Luft. Bild: Pressefoto

Liqui-Moly-Chef Prost hat sich mächtig aufgeregt: Eine Softwareumstellung im Unternehmen ging schief. Jetzt hat sich Microsoft eingeschaltet. Der Fall illustriert die Gefahren, wenn die IT nicht läuft.

          4 Min.

          Seine wutverzerrte Fratze haben Hunderttausende gesehen. Inzwischen ist Ernst Prost, der von einer Softwareumstellung geplagte Chef des Motorölspezialisten Liqui Moly, wieder entspannter. Er hat Hoffnung geschöpft. Nicht weil er als Trost die Horror-Software-Stories von anderen Unternehmern hören durfte. Und auch nicht, weil er erkannte, dass sich längst eine ganz neue Beraterbranche für solche besonders schweren Fälle entwickelt hat, spezialisiert auf die Vermittlung zwischen Softwareanbietern, Systemhäusern und Anwendern.

          Susanne Preuß
          Wirtschaftskorrespondentin in Stuttgart.
          Thiemo Heeg
          Redakteur in der Wirtschaft.

          Nein, viel besser: Microsoft hat sich bei Ernst Prost gemeldet. Schon wenige Stunden, nachdem der Mittelständler seine gravierenden Softwareprobleme mit Schaum vor dem Mund öffentlich machte, hat das amerikanische Unternehmen reagiert – obwohl es von Prost namentlich nicht genannt worden war. Der Liqui-Moly-Chef hatte nämlich befürchtet, wegen Geschäftsschädigung belangt zu werden, wenn er den Lieferanten des ERP-Programms („Enterprise Resource Planning“) nennen würde, das in seinem Unternehmen alle Prozesse effizienter steuern sollte. Stattdessen verursachte die Software Prost zufolge soviel Chaos, dass der Gewinn im ersten Halbjahr um fast ein Drittel eingebrochen ist. Nun hat Microsoft versprochen, eine Spezialistentruppe auf Liqui Moly anzusetzen.

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