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Shells Umzug : Unköniglicher Ölkonzern

Shell ist der zweite wichtige Industriekonzern, der die Niederlande in Richtung Großbritannien verlässt. Bild: Reuters

Die „Königliche Niederländische Shell“ verliert bald die ersten beiden Teile ihres Namens. Das liegt sicher auch an der zusehends feindlichen Stimmung im Zuge der Klimadebatte.

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          Die Königliche Niederländische Shell verliert bald die ersten beiden Teile ihres Namens. Der Ölkonzern will seinen Sitz in den Niederlanden aufgeben und nur noch in London residieren. Damit folgt er einem analogen Schritt des Lebens- und Waschmittelanbieters Unilever, der mit Shell bis vor Kurzem das Duo der niederländisch-britischen Großkonzerne formte.

          Für die fünftgrößte Volkswirtschaft der EU ist das ein schwerer Schlag. Zwar mögen wenige Arbeitsplätze betroffen sein, weil nur die Spitze nach Britannien verlagert wird; die Präsenz in den Niederlanden dürfte dauerhaft stark bleiben. Aber wer so beschwichtigt, verkennt die Machtverhältnisse. Wo die Zentrale liegt, fallen die Entscheidungen, und dies selten ohne Einfluss der örtlichen Umgebung.

          Für beide Konzerne dürften Steuergründe maßgebend gewesen sein – was in den Niederlanden die anschwellende Kritik an der Wirtschaft verstärkt. Im Fall Shell kommt eine zusehends feindliche Stimmung im Zuge der Klimadebatte hinzu. Sie wird nicht entscheidend gewesen sein für die Aufgabe des Konzernsitzes, geholfen hat sie aber sicher nicht.

          Klaus Max Smolka
          Redakteur in der Wirtschaft.

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