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Anleger schlagen Alarm : Porsches Börsengang sorgt für Wirbel

Wachstumstreiber E-Mobilität: der Porsche Taycan mit batterieelektrischem Antrieb Bild: Lucas Bäuml

Der Börsengang von Porsche verspricht hohe Kursgewinne und wird gespannt erwartet. Doch Investoren warnen vor personellen Verflechtungen und fragwürdigen Praktiken im VW-Konzern.

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          Es soll einer der wichtigsten Börsengänge des Jahres werden. Mit bis zu 90 Milliarden Euro, so schätzen Finanzfachleute, könnte der Sportwagenhersteller Porsche AG bewertet werden, wenn ein Teil seiner Aktien in ein paar Monaten in den freien Handel kommt. Bislang hält der Mutterkonzern Volkswagen am Zeitplan fest, das Initial Public Offering, kurz: IPO, im vierten Quartal zu wagen. Doch ob sich die Ukrainekrise bis dahin so weit entspannt hat, dass das Umfeld geeignet erscheint, steht in den Sternen. Hinzu kommt Kritik von Anlegern und Kapitalmarktbeobachtern, die sich an den Konditionen des IPO stören und umstrittene Praktiken in der Unternehmensführung von VW anprangern. Aus Investorenkreisen ist zu hören, dass dies dazu führen könnte, dass man die Porsche-Aktie nicht zeichnen werde.

          Christian Müßgens
          Wirtschaftskorrespondent in Hamburg.
          Inken Schönauer
          Redakteurin in der Wirtschaft, verantwortlich für den Finanzmarkt.

          Im Kern dreht sich die Diskussion darum, wie die von VW gewählte Kon­struktion mit den ESG-Zielen zusammenpasst, die Umweltschutz (E), soziale Verantwortung (S) und gute Unternehmensführung, englisch: Corporate Governance, (G) zusammenfassen. Während die Elek­trifizierung des Wolfsburger Konzerns und seiner Stuttgarter Sportwagentochtergesellschaft viele Beobachter überzeugt, sorgt das G, die Unternehmensführung, für Unmut. Es geht um eingeschränkte Mitsprache von Anlegern, ebenso um besondere Abhängigkeiten im „System VW“ mit seiner viel diskutierten Nähe zwischen Vorstand, Betriebsrat, dem staatlichen Großaktionär Niedersachsen und den Familien Porsche und Piëch. Kritik daran gibt es schon lange, aber die Börsenpläne für Porsche geben der Debatte neuen Schub. „In Sachen ESG sind das E und das S bei Volkswagen und Porsche gut dabei. Das G wird im Konzern jedoch seit Jahren sträflich vernachlässigt“, sagt Ingo Speich, Leiter des Bereichs Nachhaltigkeit und Corporate Governance der Fondsgesellschaft Deka Investment.

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