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Aufklärung und Inklusion : Arbeiten mit HIV

Aufklären gegen die Angst: Axel Wedler (Dritter von links) und Jörg Beißel (Zweiter von rechts) Bild: DAH / Johannes Berger

Betroffene und ihre Arbeitgeber suchen die Öffentlichkeit und klären nicht nur zum Welt-Aids-Tag auf. Das ist wichtig, denn ein offener Umgang mit dem Thema kann für beide Seiten Vorteile haben.

          4 Min.

          Axel Wedler ist 56 Jahre alt und arbeitet als Manager in der Personalabteilung von IBM. Jörg Beißel ist 37 Jahre alt und kümmert sich als Planer um die Außenanlagen des Softwarekonzerns SAP. Beide sind HIV-positiv. Sie haben Aids, wie es früher hieß und fälschlicherweise immer noch oft noch heißt. Denn die Infektion führt heute in aller Regel dank moderner Medikamente gar nicht mehr zum Ausbruch der Krankheit. Damit verliere sie ihre Sichtbarkeit, sagt Beißel. Seine Lebenserwartung sei so hoch wie bei gesunden Menschen, die Erreger nicht mehr nachzuweisen, eine Ansteckung ausgeschlossen. Die Gefahr eines Blutaustausches habe es im beruflichen Leben ohnehin nie gegeben. „Aber das Wissen ist das eine, das andere sind die Gefühle.“

          Bernd Freytag

          Wirtschaftskorrespondent Rhein-Neckar-Saar mit Sitz in Mainz.

          Beide, Wedler und Beißel, haben sich entschlossen, daran etwas zu ändern. An die Öffentlichkeit zu gehen, aufzuklären, Vorurteile abzubauen, und zwar dort, wo sie arbeiten: in Unternehmen, bei Vorgesetzten und Kollegen. Gerade weil doch viele Menschen in Fragen rund um HIV noch auf dem Wissensstand der neunziger Jahre seien, wie sie sagen. Gemeinsam mit der Deutschen Aidshilfe hat Wedler im Sommer die Initiative #positivarbeiten ins Leben gerufen. 70 Arbeitgeber – Unternehmen und Städte – haben den „Aufruf zu Respekt und Selbstverständlichkeit: Deklaration für einen diskriminierungsfreien Umgang mit HIV-positiven Menschen im Arbeitsleben“ mittlerweile unterzeichnet. Von Accenture über Bosch, Daimler, Deutsche Bank bis hin zu IBM und SAP.

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