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Galeria Karstadt Kaufhof : Kaufhauskönig sucht frisches Geld

Der Signa-Holding-Gründer René Benko beantragt mit Galeria Karstadt Kaufhof Zuschüsse; seinem Immobilienzweig geht es hingegen erstaunlich gut. Bild: dpa

Trotz Corona-Pandemie zieht der „Kaufhauskönig“ René Benko mit seiner Immobiliengesellschaft Signa eine glänzende Bilanz. Seine Handelssparte Galeria Karstadt Kaufhof hingegen beantragt Staatshilfe. Ist das gerechtfertigt?

          5 Min.

          Im Zuge des wirtschaftlichen Drucks infolge der Corona-Pandemie verhandeln in Deutschland wieder Unternehmen um Staatshilfe. Eines davon ist Galeria Karstadt Kaufhof (GKK). Es gehört zum Handels- und Immobilienimperium des österreichischen Investors René Benko. Die von ihm kontrollierten Immobiliengesellschaften Signa Prime Selection sowie Signa Development Selection bilanzieren für das vergangene Jahr mit gut einer Dreiviertelmilliarde Euro Gewinn. Hingegen setzt die Handelssparte mit Galeria Karstadt Kaufhof dem umtriebigen Tiroler seit Ausbruch der Corona-Pandemie zu wie nie zuvor. Als kostspielig erweist sich der Zusammenbruch der Warenhauskette.

          Michaela Seiser
          Wirtschaftskorrespondentin für Österreich und Ungarn mit Sitz in Wien.

          Sie hat immerhin die Hälfte seiner Handelsumsätze vor Krisenbeginn eingebracht. Im Zuge der Seuche und des damit verbundenen Stillstands der Wirtschaft schlagen Erlösausfälle zu Buche. Die Holding musste im großen Stil Mittel nachschießen, während gleichzeitig krisenbedingte Mietausfälle die Immobilien treffen. Schließlich kostet die Bedienung des Fremdkapitals in etwa die Höhe der gesamten Mieteinnahmen. Die dritte Sparte in der Gruppe neben Immobilien und Handel – Medienbeteiligungen – kann in dem derzeitigen Umfeld wenig ausrichten. Mit dem staatlichen Wirtschaftsstabilisierungsfonds gibt es Gespräche um ein mögliches Nachrangdarlehen. Schon zu Jahresbeginn wurde eines für 460 Millionen Euro gewährt. Jetzt könnte nochmals ein dreistelliger Millionenbetrag zustande kommen.

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