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Cum-Ex bei Maple Bank : EY wird auf 195 Millionen Euro verklagt

Logo von EY in Berlin Bild: EPA

Die Frankfurter Bank Maple hat auf jeden Fall den Staat getäuscht. Ob die Unternehmensberatung EY dabei mitgewirkt hat, müssen nun die Gerichte klären.

          3 Min.

          Der Fall bietet reichlich Material für einen Wirtschaftskrimi: Am Anfang steht eine findige Bank, die Tricks gefunden hat, wie man den Fiskus betrügen kann, dann aber – im Jahr 2016 – pleitegeht, als der Staat die so hinterzogenen Steuern zurückfordert. Die Gläubiger der Bank aber wollen entschädigt werden, und so prüft der Insolvenzverwalter, wo noch etwas zu holen ist. Mit der Anwaltskanzlei Freshfields hat er sich schon auf einen Vergleich über 50 Millionen Euro geeinigt. Deren Steueranwälte sollen falsche Bescheinigungen ausgestellt haben. Jetzt versucht es der Insolvenzverwalter bei EY. Das Unternehmen stand der Maple Bank als Steuerberater und als Wirtschaftsprüfer zur Seite. Hätte EY nicht wissen und verhindern müssen, dass die Bank Unrecht tut? Das ist in groben Zügen der Fall, der von diesem Mittwoch an vor dem Landgericht in Stuttgart aufgerollt wird (Aktenzeichen 27 O 528/19).

          Georg Giersberg

          Redakteur in der Wirtschaft, zuständig für „Der Betriebswirt“.

          Susanne Preuß

          Wirtschaftskorrespondentin in Stuttgart.

          Der Betrug, mit dem die Sache im Jahr 2006 ihren Anfang nahm, sind Cum-Cum- und Cum-Ex-Geschäfte, die Steuerhinterziehung mittels Verwirrung möglich machten: So oft wurden Aktien um den Termin der Dividendenausschüttung herum hin- und her geschoben, dass nicht so einfach nachvollziehbar war, wer eigentlich die Gewinne kassierte.

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