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Rusal kauft Alu Rheinfelden : Der russische Großkonzern und die badische Alu-Hütte

Werk von Alu Rheinfelden Bild: Erich Meyer/euroluftbild.de/vario

Rusal, einer der größten Aluminiumhersteller der Welt, kauft einen Mittelständler aus der Insolvenz. Das löst Ängste aus: Fließt deutsches Spezialwissen nun in russische Rüstungsprojekte?

          5 Min.

          Der billige Strom aus dem ersten Flusskraftwerk Europas war Ende des 19. Jahrhunderts der Grund, dass sich am Ufer des Hochrheins nahe Basel die erste Aluminium-Hütte Deutschlands ansiedelte: die Alu Rheinfelden. Beinahe 125 Jahre später stürzte Corona das Unternehmen in eine tiefe Krise. Die Rettung, die der Insolvenzverwalter im Februar verkündete, stieß bei den Gläubigern auf Wohlwollen: Der Käufer, der russische Konzern Rusal, ist einer der größten Aluminiumproduzenten der Welt. Laut Kaufvertrag übernimmt er das ganze Unternehmen mit gut 250 Beschäftigten, einschließlich 40 Mitarbeitern, die schon ihre Kündigung erhalten hatten. Selbst das Grundstück mitsamt seinen Altlasten aus Jahrzehnten ist Teil des Vertrags.

          Susanne Preuß
          Wirtschaftskorrespondentin in Hamburg.
          Katharina Wagner
          Wirtschaftskorrespondentin für Russland und die GUS mit Sitz in Moskau.

          Doch das Geschäft hat politische Bedenken ausgelöst, an denen es noch scheitern könnte: Das Bundeskartellamt hat zwar schon zugestimmt, die Freigabe durch das Bundeswirtschaftsministerium steht aber aus. Gegner der Übernahme fürchten, dass deutsches Fachwissen für militärische Zwecke in Russland verwendet werden könnte: „Es wäre fahrlässig, einem Konzern, der die russische Rüstungsindustrie beliefert, sicherheitsrelevantes Know-how einer deutschen Firma auszuliefern“, sagt Ralf Fücks, früherer Grünen-Politiker und Leiter der Denkfabrik „Zentrum Liberale Moderne“. Auch die „Bild“-Zeitung, die sich üblicherweise nicht um den Verkauf von Mittelständlern kümmert, titelte jüngst: „Deutsche Patente für Putins Panzer?“

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