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Unternehmen in der Krise : Die Manager kommen davon

Jürgen Fitschen und Anshu Jain gehörten als Deutsche Bank-Chefs zu den Spitzenverdienern in der deutschen Wirtschaft. Bild: AP

Milliarden-Strafen bringen die Deutsche Bank und Volkswagen in Bedrängnis. Doch die verantwortlichen Manager zahlen fast nie für den Schaden. Warum?

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          Die Ära Ackermann kommt die Deutsche Bank teuer zu stehen. 12 Milliarden Dollar Strafen musste die Bank schon für Vergehen ihrer Investmentbanker zahlen, die zum großen Teil unter der Ägide des einst gefeierten Schweizers als Chef der Kapitalmarktsparte und dann der ganzen Bank begangen wurden. Windige bis kriminelle Geschäfte, für die Josef Ackermann zwar sicher nicht selbst verantwortlich zu machen ist. Aber Aufseher und Gerichte wiesen in den vergangenen Jahren immer wieder auf zu laxe Kontrollen und eine Atmosphäre in der Bank hin, die das Fehlverhalten zumindest begünstigten. Die Strafe, die jetzt zu krummen Geschäften am amerikanischen Häusermarkt vor der Finanzkrise verhandelt wird, könnte die Bank sogar an den Rand ihrer Kräfte führen.

          Tim Kanning
          Redakteur in der Wirtschaft.
          Carsten Germis
          Wirtschaftskorrespondent in Hamburg.
          Marcus Jung
          Redakteur in der Wirtschaft.
          Rüdiger Köhn
          Wirtschaftskorrespondent mit Sitz in München.

          Ganz ähnlich sieht das Bild bei Volkswagen aus. Auch dort müssen die Aktionäre und die heutigen Mitarbeiter die Zeche dafür zahlen, dass der steile Aufstieg zur Auto-Weltmacht unter Martin Winterkorn zum Teil nur mit manipulierten Abgassystemen zu schaffen war, die nun mit Milliardenstrafen bezahlt werden müssen. Wer als Anleger den schönen Geschichten geglaubt hat und zur Hochzeit des Aktienkurses zugegriffen hatte, hat mit der Deutschen Bank bis heute 90 Prozent seines Geldes verloren, mit Volkswagen immerhin die Hälfte. Viele Mitarbeiter müssen um ihre Stellen bangen.

          Kein Wunder, dass sich viele fragen, wie eigentlich die verantwortlichen Manager an dem Schaden beteiligt werden. Ackermann und Winterkorn waren zu ihren Amtszeiten die Spitzenverdiener unter den Dax-Vorständen. Bei der Deutschen Bank verdienten einzelne Investmentbanker noch mehr.

          Arbeitsrecht spielt Managern in die Hände

          Doch die deutschen Unternehmen tun sich schwer damit, ihre früheren Mitarbeiter an entstandenen Schäden zu beteiligen. Selbst in den schwersten Krisen fließen noch hohe Boni. „Eine Bonuszahlung ist zweckgebunden und honoriert eine Leistung in der Vergangenheit“, erklärt Mark Wilhelm, dessen Kanzlei Vorstände und Unternehmen im Haftungsrecht berät. „Die Auszahlung wird erst nachgelagert fällig, zum Teil erst nach Ende eines Geschäftsjahres.“ So passen die aktuelle Lage des Unternehmens oft nicht mehr zu der Höhe der Boni. Ob Konzerne Bonuszahlungen rückwirkend von einem Manager zurückfordern können, muss sich laut Wilhelm aus dem Vertrag des Managers ergeben. Aber solche Klauseln würden Vorstände in der Regel aus ihren Verträgen herausverhandeln.

          Den Managern spielt dabei das großzügige deutsche Arbeitsrecht in die Hände. Vor dem Gericht sind sie auch nur Angestellte. Ihr Bonus richtet sich nach dem, was sie einmal erwirtschaftet haben. Wenn sich die Geschäfte im Nachhinein als wertlos oder sogar schädlich herausstellen, ist es oft schwierig, dem Einzelnen die Schuld daran nachzuweisen.

          Beispiel Libor-Skandal. Für die Manipulation dieses wichtigen Referenzzinssatzes durch einige Mitarbeiter der Deutschen Bank musste das Haus allein in den Vereinigten Staaten 2,5 Milliarden Dollar Strafe zahlen. Beteiligte Banker anderer Institute wurden in Amerika und England schon zu mehrjährigen Haftstrafen verurteilt. Dem bekanntesten Beteiligten der Deutschen Bank, dem Zinshändler Christian Bittar, soll im nächsten Sommer der Prozess gemacht werden.

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